Wer den Messestand von Günther besuchte, konnte dieses „blaue Wunder“ mit eigenen Augen sehen. Das Unternehmen präsentierte dem Fachpublikum erstmals seine völlig neue Blue-Flow-Technik für Düsenheizelemente. Die neuen Dickschichtheizer für den Einsatz in Heißkanaldüsen werden vollständig beim Hersteller produziert. Die Entwicklung hat insgesamt zehn Jahre Forschungs- und Entwicklungstätigkeit zusammen mit einem namhaften Forschungsinstitut in Anspruch genommen. Seit drei Jahren werden bereits erfolgreiche Tests mit den neuen Heizelementen durchgeführt. Die wichtigste Neuerung fällt jedem sofort ins Auge, der die neuen Dickschichtheizer zum ersten Mal sieht. Gegenüber den herkömmlichen Messingkörper-Heizelementen sind die neuen Dickschichtheizer wesentlich filigraner und auch schmaler im Durchmesser. Dabei ist der Aufbau der Dickschichtheizelemente einfach gehalten. Auf eine Edelstahlhülse werden Dielektrikumschicht und Heizleiterbahnen im Siebdruckverfahren unter Reinraumbedingungen aufgebracht und anschließend eingebrannt. Die umgebende Deckschicht isoliert und schützt das Heizelement schließlich gegen äußere Einflüsse. Der eigentliche Vorteil der Dickschichtheizer besteht darin, dass die Heizbahnen und damit die Heizung selbst noch näher ans Material geführt werden können, wobei auch die Leistungsverteilung über das gesamte Heizrohr hinweg sehr viel genauer erfolgen kann, da die Leiterbahnen feiner und präziser zu positionieren sind.

Modulares System

Mold-Masters zeigte zahlreiche Neuheiten auf der K-Messe. Mit der Fusion G2 präsentiert das Unternehmen ein neues Heißkanalsystem für noch höhere Produktivität bei gleichzeitig reduzierten Wartungsanforderungen. Die Besonderheit besteht darin, dass es sich um ein komplett modulares System handelt. Auch der Einbau ist einfach: einsetzen, anschließen, fertig. Der Hersteller nennt das Drop-in- und Connect-and-go-Technologie und sieht darin exakt die Lösung, die in der Automobilindustrie immer wieder von Werkzeugmachern, Spritzgießern und Endkunden nachgefragt wird. Ein besonderes Highlights bietet der Heißkanalspezialist für Anwender im Bereich der PET-Verarbeitung. Mit der Verwendung der iCool-Kühlungstechnologie und der iFlow-Heißkanaltechnik will das Unternehmen einen neuen Leistungsstandard für die Preformindustrie definieren.

Auch PSG hatte viele Neuerungenzur Messe mitgebracht. Mit den Heißkanalreglern Profi-Temp stellte das Unternehmen eine komplett neue Produktfamilie vor. Bei der Regeltechnik gab es mit dem Mehrkanal-Temperaturregler mit Profinet-IO-Schnittstelle eine Weltneuheit zu sehen. Für die kompakte Steuerung von Extrusionsanlagen präsentierte das Unternehmen die Extru-Vision-CS. Weiter hat der Hersteller jetzt die Düsenbaureihe zur seitlichen Anspritzung Side Gate neu im Programm. Erstmals auf der K wurden auch die einbaufertige Prima-Kompakt und die Allround-Kompakt der Öffentlichkeit gezeigt. Um die Qualität bei Kaskadenspritzen zu erhöhen, bietet das Unternehmen jetzt eine neue Lösung zur gezielten Steuerung der Öffnungszeit und Öffnungsgeschwindigkeit der Nadel. Abgerundet wird das Neuheitenprogramm im Bereich Heißkanaltechnik durch eine komplette Produktfamilie von Betätigungseinheiten, die eine exakte Nadelpositionierung auf 0,01 mm erlaubt. Auch bei den Maschinendüsen gab es bei der Fox eine weitere Neuheit. Die neue Generation der Maschinendüsen garantiert eine störungsfreie Produktion bei Spritzdrücken bis zu 3000 bar mit variabler Einstellung des Stelldrucks.

Neues Heißkanalsystem für große Bauteile

Thermoplay hat ein neues Heißkanalsystem zum Anspritzen großer Bauteile entwickelt. Die sequenzielle Steuerung ermöglicht eine Optimierung der Ästhetik und der mechanischen Eigenschaften des Formteils, wobei die Zusammenflusslinien der Schmelze durch Überströmung beeinflusst werden können. Die Herstellung großer Bauteile verlangt normalerweise ein System mit besonders langen Düsen, um die Auswirkungen der Heißkanalausdehnung ausgleichen zu können. Das neue Heißkanalsystem sieht vor, dass die Düsen mit oder ohne Verschlusssystem mit verschiedenen Winkeln montiert werden können und mit dem Heißkanalverteiler einteilig sind, wodurch eine axiale Stellung zum Verteiler gewährleistet wird. Ein System von Verbindungen, das die Ausdehnungen im Inneren des Heißkanalblocks verteilt, gestattet den Gebrauch von Düsen, ohne in Abhängigkeit von der Entfernung zum Zentrierelement eine Mindestlänge beachten zu müssen. Die Verschlussgruppen verfügen über eine weitere Sicherheitsvorrichtung. Es handelt sich dabei um einen berührungslosen Mikroschalter, der auf jeder Verschlussgruppe montiert und mit dem Alarm der Spritzgießmaschine verbunden ist. Bei offener Verschlussgruppe gibt er das Signal zum Einspritzen, um anomale Spritzsituationen bei geschlossenen Verschlussgruppen zu vermeiden. Jede Verschlussgruppe ist mit einem Kreislauf ausgestattet, der die Dichtungselemente vor allen den Gefahren durch thermische Beanspruchung schützt. Ein weiterer Aspekt ist die Wirtschaftlichkeit dieser Lösung, da die Plattenstärke der Düsenhalteplatten verringert und dadurch das Volumen der Schmelze im Heißkanal zur Kavität kleiner ausfallen kann.

Hasco hat für den Heißkanalbereich sowohl verschiedene Nadelverschlusslösungen als auch neue Lösungen für schwierige Anspritzpositionen in hochfachigen Werkzeugen vorgestellt. Außerdem wurden zwei neue Regelgeräte in das Programm aufgenommen. Mit dem Multiheißkanal-Regelgerät Z1240/… will das Unternehmen ein Gerät der Referenzklasse hinsichtlich Effizienz, Komfort und Sicherheit anbieten. lan

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Oliver Lange