Der Kosten- und Wettbewerbsdruck auf den Kunststoffspezialisten aus Coswig war in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das Unternehmen hatte erkannt, dass es diesem Druck nur durch eine effizientere Gestaltung seiner internen Prozesse und Produktionsabläufe begegnen konnte. Dazu gehörte neben einer Prozessstandardisierung auch ein zentrales, integriertes ERP-System.

Um Hilfe bei der Auswahl der geeigneten Software zu erhalten, ohne das limitierte IT-Budget zu überstrapazieren, zog Elbtal Plastics den SAP-Dienstleister IT-Novum hinzu. Gemeinsam evaluierten sie verschiedene ERP-Lösungen, wobei folgenden Gesichtspunkte zur Beurteilung herangezogen wurden:

  • durchgängige Abbildung des Vertriebsprozesses vom Kontakt bis zur Faktura,
  • gesamtheitliche Planungs- und Dispositionsverfahren,
  • integrierte Beschaffungs- und Qualitätsmanagementprozesse,
  • Chargenabwicklung,
  • Verwaltung von Stücklisten- und Arbeitsplänen,
  • umfangreiche Kalkulationsmöglichkeiten in der Angebotsbearbeitung,
  • Reihenfolgeplanung in der Produktion,
  • Haupt-, Kreditoren- und Debitorenbuchhaltung, Anlagenbuchhaltung,
  • integriertes Human Ressource Management mit HCM sowie Anbindung moderner Zeiterfassungssysteme (PCS),
  • flexible anpassbare betriebswirtschaftliche Auswertungen in Echtzeit.

Daneben spielten auch ein langfristiger Investitionsschutz, technologische Offenheit und Kostensicherheit eine wichtige Rolle. Nach der Überprüfung verschiedener ERP-Systeme auf diese Kriterien berechnete der Dienstleister den Kostenaufwand für jedes Projekt. Dabei zeigte sich, dass SAP Business All-in-One die Anforderungen erfüllte und dennoch preisgünstig war. Der Walldorfer Softwarehersteller bemüht sich seit einiger Zeit um kleinere und mittlere Firmen und bietet angepasste Lösungspakete zu moderaten Preisen. „Bei der Auswahl stand die Lösung für den Kunden im Mittelpunkt, nicht das Produkt“, so Dieter Kling vom Dienstleister, der für die Evaluierung zuständig war. „Erst nach einer genauen Funktions- und Kostenabwägung haben wir dem Kunden die Lösung empfohlen. Das System hat sowohl bei der Integration und dem Funktionsumfang als auch bei der Anpassung an branchenspezifische Bedürfnisse sowie beim Support überzeugt.“

Branchenspezifische Lösung

Die Mittelstandslösung Business All-in-One stellt eine Standardlösung dar. Sie ist aber branchenspezifisch ausgerichtet und ließ sich an die individuellen Anforderungen der Fertigungs- und Logistikkette anpassen. Mit der Standardlösung kann der Verarbeiter die Bereiche Finanzen, Controlling, Beschaffung, Produktion und Human Ressource zielgerichtet unterstützen. Der vom Softwarehersteller unterstützte Best-Practices-Ansatz half zudem dabei, erhebliche Kosten bei der Einführung des Systems zu sparen.

Mit dem ERP-System kann Elbtal Plastics nun alle Details des Fertigungsprozesses kontrollieren und zurückverfolgen. Das wurde möglich, nachdem Folienspezialist und Dienstleister gemeinsam die Grundlagen und Bestandteile der Fertigungsabläufe definiert hatten. Als Grundlagen des Fertigungsprozesses im System wurden festgelegt:

  • Artikelstamm – er enthält alle relevantenDaten eines Produkts.
  • Artikelstückliste – hier sind alle für das Produkt benötigten Materialien hinterlegt.
  • Rezepturstückliste – sie umfasst alle Grundmaterialien zur Herstellung eines Dryblend.
  • Arbeitsplan – er stellt die artikelspezifischen Arbeitsgänge zur Fertigung dar.
  • Verknüpfungen Rezepturstückliste,Artikelstückliste und Arbeitsplan.

Der eigentliche Ablauf des Fertigungsprozesses wurde ebenfalls definiert. Folgende Punkte wurden dabei imEinzelnen unterschieden:

  • Anlegen eines Fertigungsauftrags,
  • Erstellung der Fertigungsunterlagen,
  • Prüfung der Materialverfügbarkeit, Fertigungstermin sowie
  • Rückmeldung des Fertigungsauftrags nach erfolgter Realisierung.

 

Die Fertigungsauftragsplanung erfolgt im ERP-System auf der Grundlage der hinterlegten Daten. Dabei wird die Bestandsführung aller notwendigen Materialien beachtet und in Rückmeldungen automatisch die Warenbewegungen verbucht. Bevor ein Fertigungsauftrag ausgeführt wird, prüft das System die Verfügbarkeit der benötigten Materialien und löst gegebenenfalls einen Bestellhinweis an den Einkauf aus. Die Vertriebsabteilung des Folienverarbeiters erhält über diesen Prozess exakte Auskünfte über fertige Aufträge, Mengen und Lagerorte.

Kosteneffizienz
Erst Überblick verschaffen

Generell lohnt es sich, vor derEinführung eines Systems mit einem IT-Dienstleister den Bedarf genau durchzusprechen. Ist ein geeignetes System gefunden, kann der konsequente Einsatz in der täglichen Arbeit, das heißt bei allen Abläufen viele Kosten sparen helfen. Für mittelständische Unternehmen, die über die Einführung von SAP nachdenken, sich aber zuerst einen besseren Überblick über die Kosten verschaffen wollen, bietet der Lösungskonfigurator eine Entscheidungshilfe (siehe infoDIRECT).

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Über den Autor

Matthias Blumrich, Senior Consultant SAP, IT-Novum, Fulda, matthias.blumrich@it-novum.com