Hätte irgendjemand Ende 2009 das Jahr 2010 so vorhergesagt, wie es verlaufen ist – man hätte ihn sicher nicht ernst genommen. Zu Anfang war noch in keiner Weise klar, dass sich die Wirtschaftslage wieder so gut entwickeln würde, wie es derzeit der Fall ist. Bleibt zu hoffen, dass die befürchteten Risiken nicht zum Tragen kommen und wir weiterhin so optimistisch wie bisher für die Zukunft planen können.

Denn der Optimismus unserer Branche ist auch eine der tragenden Säulen für das zweistellige Plus des Kunststoff- und Gummimaschinenbaus in den Euromap-Ländern. Mitten in der Krise des letzten Jahres meldeten sich viele, wenn nicht gar alle maßgeblichen Hersteller als Aussteller auf der K 2010 an. Eine mutige Entscheidung – ging es damals doch hauptsächlich darum, jeden Euro zusammenzuhalten, um die Krise einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Und überhaupt: Zum damaligen Zeitpunkt wusste noch niemand, wie lange die schlechte Wirtschaftslage andauern würde. Wie gut auch die einzelnen Industriezweige unter den Verarbeitern die Krise überstanden haben, zeigt unsere aktuelle Auswertung der wirtschaftlichen Lage der Branche – Markt und Daten – ab S. 10.

Aber es könnte sogar noch besser sein: Verarbeitern wie Maschinenherstellern macht die Produktpiraterie zunehmend zu schaffen. Die so entstandenen Schäden haben in den letzten drei Jahren kontinuierlich zugenommen und der Gesamtschaden allein für die Maschinenhersteller wird dieses Jahr auf etwa 800 Mio Euro geschätzt. Die Krux der Sache: die größten Treiber des Wirtschaftswachstums – China und Indien – stehen auch im Verdacht die größten Produktpiraten zu sein. Hier hilft nur die nach dem Optimismus größte aller deutschen Tugenden: die Ingenieurskunst. Sie wird mit Hightech-Lösungen auch im Sinne der Kunden Produktpiraterie verhindern helfen. Die K 2010 bot bereits einige Ansätze.

In der Hoffnung, dass sich Piraten lediglich unterm Weihnachtsbaum als Playmobil oder Lego einfinden, wünsche ich Ihnen im Namen der Plastverarbeiter-Redaktion Frohe Weihnachtstage mit Ihren Familien und einen friedlichen Jahreswechsel.

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Christine Koblmiller