In Regine Schumanns Kunst geht es um die Interaktion von Farbe, Licht, Material und Raum. Für ihre Wand- und Bodenarbeiten verwendet sie fast immer Werkstoffe, die selbstständig leuchten sobald Ihnen Lichtenergie zugeführt worden ist. Fluoreszierendes Acrylglas ist ihr bevorzugtes Material, aber auch mit Schnüren aus Leuchtkunststoff hat sie bereits häufig gearbeitet. Aus diesen Werkstoffen konstruiert die Künstlerin rechtwinklige Bildkästen und gleichmäßig gebogene Formen. Oder sie häkelt daraus große, flächige Wand- und Bodenobjekte von elementarer Grundstruktur. In ihrer Auseinandersetzung mit Farbe und Farbräumen ist Regine Schumann Malerin, wenn auch nicht im klassischen Sinn. Farbe und Material bilden in ihren Arbeiten eine untrennbare Einheit. So geben die vorab industriell eingefärbten Werkstoffe ein Farbspektrum vor, aus dem die Künstlerin nach Belieben auswählt. Ihre ganze Leuchtkraft entfalten die Arbeiten immer dann, wenn sie mit Schwarzlicht bestrahlt werden. Zwar funktioniert ihre Kunst auch bei gewöhnlichem Tages- oder Kunstlicht, doch erst die ultraviolette Strahlung verwandelt ihre Werke in stark leuchtende, raumgreifende Farbkörper von faszinierender Schönheit.

Ausstellung im Museum Ritter

Seit September 2005 präsentiert das Museum Ritter die Kunstsammlung von Marli Hoppe-Ritter. Diese umfasst etwa 700 Gemälde, Objekte, Skulpturen und graphische Arbeiten, die das Quadrat zum Ausgangspunkt oder Ziel haben. Für die Sammlung hat der Schweizer Architekt Max Dudler ein kubisches Gebäude entworfen. Es besteht aus zwei Gebäudeteilen und einer verbindenden Passage. Der größere Flügel beherbergt die Sammlung Marli Hoppe-Ritter und bietet Raum für Wechselausstellungen. Im kleineren Teil ist der SchokoLaden – das Besucherzentrum der Firma Ritter Sport untergebracht.

Die Werke vonRegine Schumann sind im großen, fensterlosen Ausstellungssaal im Erdgeschoss des Museums zu sehen. Ganz in Schwarzlicht getaucht wird er zur „black box“, in der die Exponate ihre ganze sphärische Pracht optimal entfalten können. Zu sehen ist eine repräsentative Auswahl an Werken der vergangenen Jahre, darunter mehrere geometrische Wandobjekte aus Acrylglas sowie einige großformatige Häkelarbeiten aus Leuchtschnüren, aber auch ganz aktuelle Arbeiten, die erstmals öffentlich ausgestellt werden.

Kurzbiografie
Regine Schumann

1961 in Goslar geboren studierte sie von 1982 bis 1989 an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. 1989 absolvierte sie als Meisterschülerin von Roland Dörfler. 2002 und 2003 nahm sie einen Lehrauftrag an der Hochschule Niederrhein in Krefeld war. Zahlreiche Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland sowie etliche Installationen in öffentlichen Räumen zeugen von ihrem künsterlischen Schaffen. Regine Schumann lebt und arbeitet in Köln.

Ausstellung
Ausstellung Museum Ritter, Waldenbuch, 10. Oktober 2010 bis 01. Mai 2011, www.museum-ritter.de