Zwar wird es noch geraume Zeit dauern, bis das Niveau des Jahres 2008 wieder erreicht werden kann, doch die aktuelle Entwicklung ist sehr ermutigend“, so Ulrich Reifenhäuser, Vorsitzender des Ausstellerbeirates der K 2010: „Unsere Kunden befassen sich wieder mit neuen Projekten, zeigen Interesse an Innovationen, optimierten Verfahren und Produkte.“ Werner Matthias Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Düsseldorf, ergänzt:„Ich bin sicher, dass die K 2010 ihren Beitrag leisten wird, die Innovationskraft der Branche zu beweisen und die internationalen Geschäftsbeziehungen weiter auszubauen.“

Rund 3000 Aussteller werden in Düsseldorf ihre neuesten Entwicklungen für alle Industriebereiche vorstellen. Alle 19 zur Verfügung stehenden Messehallen werden belegt sein. Rund 60 Prozent der Ausstellungsfläche wird von Firmen belegt werden, die nicht aus Deutschland stammen. Dabei ist Italien traditionell die größte ausländische Ausstellernation, die italienischen Unternehmen werden allein auf mehr als 27000 Quadratmetern netto ihre Produkte zeigen. Bis August hatten sich bereits über 400 Firmen aus Italien angemeldet. Aus Europa ebenfalls stark vertreten sind Frankreich mit über 130 und das Vereinigte Königreich mit über 100 Ausstellern, Österreich und die Schweiz mit jeweils rund 90 Ausstellern, gefolgt von Türkei,Spanien, Belgien und Niederlande.

Italien wieder die größte ausländische Ausstellernation

Aus den USA nehmen mehr als 110 Unternehmen teil, sie belegen rund 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche – ein leichter Rückgang im Vergleich zur K 2007. Deutlich vergrößert dagegen haben sich die Beteiligungen aus China (6800 Quadratmeter) und Indien (4600 Quadratmeter). Taiwan ist mit rund 5300 Quadratmetern ebenso stark vertreten wie 2007.

Die Hersteller von Maschinen und Anlagen sind traditionell die größte Ausstellergruppe auf der K, sie belegen rund zwei Drittel der gesamten Ausstellungsfläche. Die Halle 8b an der Schnittstelle zwischen den Rohstoff- und den Maschinenanbietern beherbergt die Gemeinschaftspräsentation der chinesischen Industrie.

Die Sonderschau inHalle 6 wird dieses Jahr dem Thema „Visions in Polymers“ gewidmet. In täglichen Diskussionsrunden gehen hochkarätige Wissenschaftler und praxiserfahrene Anwender unter anderem den Fragen nach, wie unser Alltag in 20 Jahren aussehen wird undwelche Beiträge zur Lösung aktueller und zukünftiger Herausforderungen Kunststoffe leisten können. Anhandvon Beispielen aus unterschiedlichenLebensbereichen wird aufgezeigt, welche Entwicklungstrends auszumachen sind und welche Innovationen die Indus-trie vorbereitet. Besondere Berücksich-tigung werden dabei die Themen Energieeffizienz und Ressourcenschonung finden.

Bilder:Messe Düsseldorf
Blick n ach Südostasien
Auf der Überholspur

In der öffentlichen Wahrnehmung steht der Verbund Südostasiatischer Staaten Asean häufig im Schatten seines riesigen Nachbarn China – für die Kunststoff- und Kautschukindustrie ist die Region jedoch nach wie vor überaus aktiv. Die Region nähert sich einer Bevölkerungszahl von 600 Millionen und ihr BIP von 1,5 Milliarden US-Dollar kann mit dem von Spanien und Kanada mithalten. Auch das Wirtschaftswachstum ist nach wie vor stark, besonders in Schwellenländern wie Vietnam.
Die Region entwickelt sich kontinuierlich weiter und definiert sich als Produktionsstandort fortlaufend neu. Ein Beispiel ist Thailands Automobilindustrie, die mehr als 300000 Menschen beschäftigt und zwölf Prozent des gesamten BIP beiträgt. Heute gibt es schon 1800 Automobilzulieferer im Land, darunter etwa 700 OEM-Hersteller. Darüber hinaus geht man bis 2014 von jährlich zirka 2,55 Millionen produzierten Fahrzeugen aus, was Thailand weltweit auf den neunten Platz unter den Automobilherstellern katapultieren würde, direkt zwischen die Schwergewichte Frankreich und Mexiko.
Im Elektrogerätebereich ist Thailand der größte Produzent in der Asean-Region. Daneben ist das Land Dreh- und Angelkreuz für die Weißwarenherstellung japanischer, koreanischer, europäischer und US-amerikanischer Unternehmen.
Nachdem Malaysia im Elektrobereich zurückgefallen ist, diversifiziert das Land derzeit in den Nischenmarkt der Gehäuse für Elektrowerkzeuge und Formteile für Medizingeräte und Kosmetik-/Körperpflegeprodukte. Im Verpackungssektor hat Malaysia sich zum führenden Lieferanten von Stretchfolien aus LLDPE gemausert.
In Vietnam macht der Verpackungssektor derzeit ungefähr die Hälfte der Produktionsleistung der Kunststoffverarbeiter aus. Gestützt durch das Wachstum ist der Pro-Kopf-Kunststoffverbrauch in Vietnam dramatisch gestiegen, von weniger als 1kg im Jahr 1990 auf zirka 30kg im Jahr 2009.
In Singapur geht der Trend – insbesondere im F&E-Bereich – dahin, dass sich Kunststoffunternehmen an ihrem Stammsitz auf Produktentwicklung und -einführung bzw. in einigen Fällen auf die Werkzeugherstellung konzentrieren. Singapur dringt derzeit jedoch auch gezielt in Bereiche mit höherer Wertschöpfung vor, wie den medizinischen Bereich.
Aus Malaysia hatten sich bis August 16 Aussteller zur K 2010 angemeldet, aus Thailand neun, aus Singapur elf, und aus Vietnam wird ein Aussteller erwartet.

Blick nach Nordamerika
Märkte erholen sich

Der Gesamtabsatz war 2009 so niedrig wie zuletzt 1970:10,4 Millionen Fahrzeuge wurden in den USA verkauft. In Nordamerika insgesamt waren es 12,6 Millionen. Gemäß Prognosen zur Fahrzeugproduktion von CSM Worldwide wird der Fahrzeug- und Lkw-Absatz in Nordamerika nach diesem traumatischen Abschwung in diesem Jahr insgesamt wieder anziehen, jedoch erst im zweiten Halbjahr ein halbwegs robustes Niveau erreichen. CSM prognostiziert für 2010 eine Steigerung des Fahrzeugverkaufs um 13,5 Prozent auf 11,8 Millionen Fahrzeuge für die USA bzw. um 12,5 Prozent auf 14,2 Millionen Fahrzeuge für ganz Nordamerika.
Die in den USA eingeführten gesetzlichen Regelungen zum maximalen Flottenverbrauch (Corporate Average Fuel Economy, CAFE) fördern den verstärkten Einsatz von Kunststoffen in Fahrzeugen. So hofft Ford Motor, das Fahrzeuggewicht bis 2011 um 350 Kilogramm senken zu können.
In Kanada baut der Nationale Forschungsrat derzeit in Kooperation mit Magna International amStandort von Magna Exteriors and Interiors in Concord, Ontario einForschungszentrum zur Entwicklung leichter, tragfähiger Verbundbauteile für Fahrzeuge auf.
Laut dem Mexican Supplier Report von Supplier Business gehört die Automobilindustrie zu den Branchen, die den größten Beitrag zur mexikanischen Wirtschaft leisten. Die mexikanische Autoindustrie hat eine starke Position am Weltmarkt erobert. Laut Banamex (Banco Nacional de Mexico) hatte die Automobilindustrie im Jahr 2008 einen Anteil von fast vier Prozent am mexikanischen Gesamt-BIP, im Produktionsbereich lag der BIP-Anteil sogar bei 16Prozent. Die Automobilindustrie war im Jahr 2008 der einzige Produktionsbereich, der ein zweistelliges Wachstum verzeichnen konnte; sie generierte 20Prozent der gesamten Exportproduktion des Landes. Der Bereich der Herstellung von Automobilkomponenten hat 433000 Beschäftigte, von denen nach einer Schätzung 180000 in der Produktion von Kunststoffteilen für Automobilanwendungen tätig sind. Die Automobilnachfrage in Mexiko ist stark – pro Jahr werden eine Million Fahrzeuge verkauft. Der Markt ist mit fast 40 Marken und über 300 verschiedenen Modellen überschwemmt.
Aus den USA werden zur K 2010 113 Aussteller erwartet (Stand August), aus Kanada kamen bis August 22 und aus Mexiko zwei Anmeldungen.