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Nein, es gibt kaum jemanden, dessen Ehrgeiz nicht durch dieses Besteck herausgefordert wird. Wie kleine Kinder sitzen plötzlich alle Gäste an der Tafel und puzzeln. Wer schafft es als Erstes? Auf den ersten Blick einfach zusammengesteckt. Doch die Sache wird schwierig, sind Gabel, Messer und Löffel erst einmal scheinbar unwiderruflich getrennt. Dann beginnt das Knobeln, es wird gedreht, gewendet, gesteckt, betrachtet, wieder gelöst und so weiter. Es wäre glatt gelogen, würde man behaupten, dass der Spaß dabei zu kurz käme. Join heißt dieses die Konzentration herausfordernde Werkzeug, das aus einem Werkstoff der Kunststofffamilie Ultramid besteht. Es wurde entwickelt von den drei Inhabern des Hannoveraner Designerbüros ding3000.

Geduldsspiel, Konversationsgegenstand und Tischdekoration

An der Gestaltung und Realisierung war das Team der BASF designfabrik beteiligt. Produziert wird es von Konstantin Slawinski, der mit seiner Firma seit einigen Jahren ungewöhnliche Haushaltsprodukte mit Designanspruch herstellt. Die Experten designfabrik unterstützten bei der Auswahl des Kunststoffs und bei der technischen Umsetzung der Produktidee. Sie haben Schwachstellen behoben, indem sie mithilfe der Computersimulation Ultrasim an einem virtuellen Prototyp die stabilste Gestalt ermittelten und erprobten. Darüber hinaus wählten sie gemeinsam mit den Projektpartnern das glasfaserverstärkte Spezialpolyamid als Werkstoff aus. Es ist nicht nur lebensmittelrechtlich zugelassen, sondern auch schlagzäh, hitzebeständig, leicht einzufärben und spülmaschinenfest.

Inspiration bot den Designern Carsten Schelling, Sven Rudolph und Ralph Webermann, die sich seit 2005 mit Möbeln und Haushaltsgeräten beschäftigen, ein japanisches Kinderspielzeug, bei dem drei Stäbchen scheinbar untrennbar durch einen Kreuzknoten verbunden werden. Das Steckbesteck, das aus Gabel, Messer und Löffel besteht und seit August 2010 ins Sortiment von Konstantin Slawinski aufgenommen ist, funktioniert nach demselben Prinzip: Jedes der drei Besteckteile hat in der Mitte eine Aussparung, so dass sie sich ineinander fügen und aufstellen lassen. Sie bilden auf diese Weise eine kleine, stabile Skulptur, die aufrecht steht und den Gast zu einem kleinen Geschicklichkeitstest herausfordert, bevor er mit dem Essen beginnen kann.

Hintergrund
Vom Kessel zum Designobjekt

Gestartet als Edelstahlmanufaktur 1914 erweiterte Konstantin Slawinski, der Urenkel des einstigen Firmengründers, die Produktpalette des Unternehmens um die „housemwarming objects“ – edle Wohnaccessoires, in denen die jahrzehntelange Erfahrung als Manufaktur neuen Ausdruck fand.

Autor

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Christine Koblmiller