Weltweit ging die Produktion im Kunststoff- und Gummimaschinenbau (Kernmaschinenbau, ohne Werkzeuge und Formen, Handling und Flexodruckmaschinen) von 21,9 Mrd. Euro um 22,8 Prozent auf 16,9 Mrd. Euro zurück. Die deutschen Hersteller mussten mit -31 Prozent mehr Federn lassen als die Chinesen und fielen so knapp auf den zweiten Rang zurück. Italien als Dritter der großen Drei hielt sich mit -22,1 Prozent etwas besser, während die Japaner fast die Hälfte ihrer Produktion einbüßten. Die Produktion in den USA sank um 20 Prozent.

Spritzgießmaschinenproduktion mehr als halbiert

Der Spritzgießmaschinenbau musste besonders leiden: Bei einem Rückgang von 52,3 Prozent auf nur noch 406 Mio. Euro hat sich die Produktion mehr als halbiert. Die Exportquote stieg in diesem Segment auf 94Prozent.Das heißt, auf dem deutschen Markt wurde kaum noch etwas abgesetzt.

Den Rang des Exportweltmeisters konnten die deutschen Hersteller aber verteidigen. Der Welthandel ging wie die Produktion drastisch zurück. Der Gesamtexport fiel von 15 Mrd. Euro um 28,1 Prozent auf 10,8 Mrd. Euro. Zwar schrumpften die deutschen Ausfuhren von Kunststoff- und Gummimaschinen mit 33,8Prozent besonders kräftig, doch konnten die deutschen Hersteller ihre führende Position behaupten. Mit 2,6 Mrd. Euro exportieren sie mehr als doppelt soviel wie die italienische oder US-amerikanische Konkurrenz und mehr als das Zweieinhalbfache der chinesischen Aufsteiger. Die chinesischen Hersteller stellen derzeit auf dem Weltmarkt noch keine entscheidende Konkurrenz dar und exportieren nur ein Viertel ihrer Produktion. Aber auf ihrem schnell wachsenden und deshalb besonders interessanten Binnenmarkt sind sie inzwischen zur dominanten Kraft geworden.
Schon seit einiger Zeit ist China für die deutschen Hersteller der wichtigste Markt. 2009 gingen 13,5 Prozent der Ausfuhren dorthin, der Exportwert betrug 357 Mio. Euro. Asien insgesamt nahm 2009 mehr als ein Drittel des deutschen Exportes auf und hat damit die EU als wichtigste Ausfuhrregion abgelöst.Indien ist inzwischen nach China, den USA und Russland auf den vierten Platz als Zielland vorgerückt und hat Frankreich auf den fünften Rang verdrängt. Die Ausfuhren nach Indien konnten trotz Krise immerhin um knapp 30 Prozent auf nunmehr 131 Mio. Euro gesteigert werden.

Exporte:Indien rückt auf vierten Platz der Zielländer vor

Derzeit weisen alle Indikatoren nach oben. Für dieses Jahr rechnet der VDMA mit einem Umsatzzuwachs von 11 Prozent. Und auch für das kommende Jahr 2011 erwartet man ein Plus in gleicher Höhe. Zur K’ 2010 will der Verband seine Prognose auf den Prüfstand stellen. Bis dahin wird man schon etwas Genaueres zum Verlauf des aktuellen Jahres sagen können. Obwohl optimistisch, sieht man auch Risiken, namentlich die Gefahr einer Überhitzung der Konjunktur in den Schwellenländern Indien und China, und damit einen Rückgang der Exporte, die derzeit die Konjunktur tragen.

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Winfried Pfenning