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Spritzgießen Zur Herstellung von Zahnbürsten hat Zahoransky, Freiburg, das weltweit erste 7-Komponenten-Spritzgießwerkzeug entwickelt. Das 16-fach-Spritzgießwerkzeug hat zwei Spritzstationen und eine außerhalb vom Werkzeug liegende Belade- und Entnahmestation. In der ersten Spritzstation werden zwei unterschiedliche Materialien in gleicher Farbe verarbeitet. In der zweiten Station kommen zwei unterschiedliche TPEs zum Einsatz. Eines davon wird in vier verschiedenen Farben gespritzt. Diese Anforderung ist ein Muss, denn Zahnbürsten werden grundsätzlich in vier verschiedenen Farben im Handel angeboten. Durch diese Technologie können Zahnbürsten jetzt ohne langen Farbwechsel hergestellt werden. Was tagsüber produziert wird, kann abends schon im Lager der Supermärkte sein.

Seit Jahren ist es in dieser Branche Stand der Technik, das Spritzgießwerkzeug mit der nachgeschalteten Produktion bis hin zur Verpackung online zu verknüpfen. Der Vorteil der Mehrkomponententechnik liegt im Eliminieren des Farbwechsels, während sonst für jeden Farbwechsel mit einem Produktionsausfall von mindestens ein bis zwei Stunden zu rechnen ist. Auch die Kosten des benötigten, teueren Kunststoffmaterials durch Freispritzen beim Farbwechsel entfallen. Werden die verschiedenfarbigen Zahnbürsten wie sonst üblich nacheinander gespritzt, fallen zudem längere Lieferzeiten und eine Zwischenlagerung der Bürsten an.

Der Bau des 7-Komponenten-Werkzeugs war sowohl für den Werkzeug- als auch den Maschinenbauer eine große technische Herausforderung denn auf engem Raum mussten 7 Spritzeinheiten mit dem Werkzeug verbunden werden. Die Verfügbarkeit von mehreren Materialzuführungen, die unterschiedlichen Verarbeitungstemperaturen der einzelnen Materialien und die engen Abstände der verschiedenen Düsen an derselben Kavität sind ebenfalls Einflussfaktoren, die zu beachten waren.