Langfaser-Direktspritzgießen Mit diesem flexiblen Verfahren von Arburg, Loßburg, ist es möglich, bis zu 50 mm lange Fasern über eine Seitenbeschickung an der Spritzeinheit direkt in die flüssige Schmelze zuzuführen und dort homogen zu verteilen. Faserlänge, Faseranteil und die Materialkombination lassen sich individuell einstellen. Das Verfahren hat wirtschaftliche Vorteile, da die Ausgangsstoffe Kunststoff und Glasfaserroving günstiger sind als fertige Langfasergranulate.
Vorgestellt wird es an einer energieoptimierten hydraulischen Spritzgießmaschine Allrounder 820 S mit Servohydraulik, die mit einem Werkzeug von Kaufmann Formenbau arbeitet. Durch Umspritzen von endlosfaserverstärkten Thermoplast-Einlegern (Organobleche) entstehen hochfeste und stabile Composite-Bauteile, die bei einer Länge von über 500 mm unter 300 g wiegen. Ein 6-Achs-Roboter nimmt die Organobleche aus einem Magazin auf. Diese werden materialschonend aufgeheizt und bei Umformtemperatur an das LIPA-Werkzeug (Lightweight Integrated Process Application) übergeben. In einer Zykluszeit von rund 40 s erfolgen dort gleichzeitig das Umformen der Einleger und das Anspritzen von Funktions- und Versteifungselementen.

K 2013 Halle 13 / A13