Verfahrensentwicklung Zur Behandlung der überaktiven Harnblase erforscht das Institut für Kunststoffverarbeitung in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen gemeinsam mit Partnerinstituten ein System zur gezielten Freisetzung von Wirkstoffen. Das Drug-Delivery-System besteht aus einer mit Wirkstoff beladenen Polymermatrix, die in einem geschäumten, resorbierbaren Trägersystem eingebettet sind. In diesem Verbundprojekt ist es die Aufgabe des IKV, das geschäumte Trägersystem zu entwickeln. Das Trägersystem wird am IKV mittels des CESP-Verfahrens Controlled Expansion of Saturated Polymers hergestellt. Dieses ermöglicht es, temperaturempfindliche Materialien in einer CO2-Atmosphäre unter hohem Druck bei niedrigen Temperaturen zu verarbeiten.

Durch eine Anlagenerweiterung kann ein pulverförmiges Polymer-Mikrosphären-Gemisch über eine druckgesteuerte, stufenlose Entlastung gezielt geschäumt werden. Über die Einstellung der Schaumstruktur ist es möglich, das Degradationsverhalten des Trägersystems an die medizinisch erforderlichen Zeiträume anzupassen. Eine Dosieranlage sowie an die Analgentechnik angepasste Kavitäten, sorgen für eine reproduzierbare Herstellung der Trägersysteme im Milligramm-Bereich.