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Folien Um fertige Bauteile aus dem formgebenden Werkzeug zu lösen, benötigt man bislang Trennmittel. Allerdings müssen diese danach aufwendig entfernt werden. Die Alternative: Eine speziell beschichtete Trennfolie, die keine Rückstände hinterlässt. Bei der Herstellung von Faserverbundwerkstoffen sprüht man Trennmittel auf die Werkzeugoberfläche, um das Bauteil nach dem Aushärten entformen zu können. Sowohl auf dem Bauteil als auch auf dem Werkzeug bleiben dabei Reste des Trennmittels zurück. Die Bauteiloberflächen müssen dann meist manuell abgeschliffen werden. Wird dabei zuviel Substanz abgetragen, leidet die Bauteilqualität. Auch die Werkzeuge müssen regelmäßig gereinigt werden. Das Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung Ifam, Bremen/Stade, hat jetzt eine Trennfolie entwickelt, die diese Reinigungsschritte überflüssig macht.

Die Folie lässt sich auf jegliche Strukturen aufbringen und ermöglicht ein einfaches Entformen. Sie verfügt über eine 0,3 Mikrometer dünne plasmapolymere Trennschicht, die keine Rückstände auf der Bauteiloberfläche hinterlässt. Die Beschichtung beruht auf einer Entwicklung des Instituts zur Herstellung antihaftbeschichteter Bauteilformen mittels Niederdruckplasmaverfahren. Dabei wird die zu beschichtende Form in einen Plasmareaktor gegeben und der Atmosphärendruck auf ein 10.000stel gesenkt. Anschließend führt man schichtbildende Gase in den Reaktor ein und zündet ein Plasma. Werden in das Plasma Moleküle eingespeist, die Silizium oder Kohlenstoff enthalten, bilden sie Schichten. Da die Moleküle hochreaktiv sind, haften sie hervorragend an der Form. Da die Plasmareaktoren höchstens fünf Kubikmeter groß sind, können nur verhältnismäßig kleine Formen beschichtet werden. So ging man neue Wege: Mit einer entsprechenden Trennfolie ist das Verfahren auch für große Bauteile, etwa für Flugzeuge, nutzbar.