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Verbundwerkstoffe Weiss Kunststoffverarbeitung, Illertissen, fertigt hoch beanspruchbare Komponenten aus den Materialien Grivory GV-5H, GVX-5H, G4V-5HS und HTV-65H1. Diese Polyamide werden aufgrund der Werkstoffeigenschaften für die Produktion von Komponenten verwendet, die zuvor mit deutlich höherem Zeit- und Kostenaufwand aus Metall hergestellt wurden. Die Produktion der Bauteile verlangt jedoch umfassendes Know-how, das schon in der Planungs- und Projektierungsphase benötigt wird. Das Unternehmen stellt vor allem für Automobilhersteller und –zulieferer Bauteile aus den GFK-verstärkten Polyamiden. Bereits bei der werkstoffgerechten Konstruktion der Bauteile ist die Unterstützung der Polyamid-Experten sinnvoll. Aufgrund der hohen GFK-Anteile weist der Werkstoff ein besonderes Fließverhalten auf, das man bei der Detailkonstruktion und auch bei der Füllgradsimulation berücksichtigen muss.

Mindestens ebensoviel Aufmerksamkeit ist beim Werkzeugbau notwendig. Das Rohmaterial ist wegen der Glasanteile sehr abrasiv, sodass alle produktberührten Teile des Werkzeugs beschichtet werden müssen, wenn man zufriedenstellende Werkzeugstandzeiten erreichen will. Auch die Materialzuführung stellt hohe Anforderungen an das Engineering. Hier greifen die Ingenieure von Weiss auf besondere Schnecken-/ Zylinder- Paarungen zurück und arbeiten eng mit Spezialisten der Heißkanaltechnik zusammen. Beim Spritzgussvorgang selbst werden die relevanten Prozessparameter inline erfasst; dazu gehört auch die Temperaturüberwachung der Kavität mittels Sensor im Werkzeug. Das Ergebnis des Prozesses sind Bauteile, die in Bezug auf Festigkeit und Langlebigkeit auch unter ungünstigen Bedingungen mit Metallkomponenten konkurrieren können, sich aber günstiger fertigen lassen. Auch das Gewicht der Komponenten ist deutlich geringer. Darüber hinaus ist die Designfreiheit, die der Spritzguss bietet, ein Vorteil.