BLASFORMEN Steigende Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit und die Bauteilqualität stehen bei der Herstellung blasgeformter Bauteile zunehmend im Mittelpunkt. Hier ist die Wanddickenverteilung im Vorformling von entscheidender Bedeutung. Um in der Produktion sowohl die Materialkosten zu minimieren als auch die Kühlzeit zu senken, wird die Wanddickenverteilung im blasgeformten Bauteil über verschiedene Techniken zur Profilierung des Vorformlings gezielt beeinflusst. Die Realisierung eines geforderten Vorformlingprofils wird jedoch durch die verfahrensbedingt auftretenden Schwell- und Auslängeffekte stark erschwert. Sowohl analytische als auch rechnergestützte Methoden sind bisher nur unzureichend in der Lage, diese komplexen Effekte bei der Auslegung des Blasformteils und des Blasformprozesses zu berücksichtigen.
In einem Forschungsprojekt des IKV wird ein Messverfahren zur berührungslosen Erfassung der Vorformlingswanddicke während der Extrusion erarbeitet. Die berührungslose Erfassung erfolgt mittels einer Kombination aus einer laseroptischen und kapazitiven Messung. Über die Kapazitätsänderung eines Zylinderkondensators aufgrund des Extrudates zwischen den Ringelektroden wird das Verhältnis von Innen- zu Außenradius des Vorformlings bestimmt. Mit der Bestimmung des Außenradius über das Prinzip des Schattenwurfs kann somit auf die Wanddicke und den Durchmesser des Vorformlings geschlossen werden.
Der Einsatz eines entsprechenden Messsystems könnte die gezielte Beeinflussung der Wanddickenverteilung im Vorformling und somit im blasgeformten Bauteil nachhaltig unterstützen. Auch könnten mithilfe dieses Messsystems Prozessschwankungen in der laufenden Produktion detektiert werden.