[Bild1 width:“0″ height:“0″]Rhein Chemie, eine 100-prozentige Tochter des Spezialchemie-Konzerns Lanxess mit Sitz in Mannheim, feiert dieses Jahr ihren 125. Geburtstag. Das Unternehmen, gegründet von den jungen Chemikern Dr. Albert Müller und Dr. Hermann Dubois, wurde am 8. Juni 1889 in das Gesellschaftsregister des Amtsgerichts Mannheim eingetragen; die ersten Schritte in Richtung ihrer heutigen Ausrichtung verdankt sie allerdings dem dritten Compagnon Dubois‘, Victor Kaufmann.
Er schaffte bereits 1902 den Einstieg in die aufstrebende Gummibranche – mit einem Produkt, das aus einem nachwachsenden Rohstoff produziert wurde. Damit stehen nicht nur Kundenorientierung, Qualität und Innovationsfreudigkeit, sondern auch der Aspekt Nachhaltigkeit bereits seit deutlich über 100 Jahren im Zentrum des Unternehmenserfolgs der Rhein Chemie. Heute ist sie mit Marken wie Rhenogran,Stabaxol und Additin ein gefragter Ansprechpartner für Anwender im Kautschuk-, Kunststoff- und Schmierstoff-Markt.
„Heute würde man Victor Kaufmann sicher als ‚Visionär‘ bezeichnen“, sagt Dr. Anno Borkowsky, Leiter der Lanxess Business Unit Rhein Chemie. „Gestartet war die Firma eigentlich mit der Produktion von Chlorchemikalien, unter anderem für Reinigungszwecke. Aber dann tat sich eine unerwartete Chance auf: 1886 entwickelte Carl Benz in Mannheim das erste Automobil. Kaufmann sah den Siegeszug dieser Erfindung voraus und erkannte sofort, welche Bedeutung sie für die Gummibranche haben würde.“ Also sattelte das Unternehmen um: Schon kurz nach der Jahrhundertwende begannen Kaufmann und Dubois, Faktis zu produzieren – ein Streckmittel für den wertvollen Naturkautschuk.
Das Streckmittel ist auch heute noch erhältlich, wird aktuell allerdings eher auf Grund seiner formstabilisierenden Wirkung auf dünnwandige Extrudate geschätzt. Spannender aus historischer Sicht sind jedoch weniger die technischen Kenndaten, die Faktis Gummiartikeln aus Naturkautschuk mit auf den Weg geben konnte, sondern die Rohstoffe, auf die Kaufmann für die Faktis-Produktion zurückgriff: Unter anderem Rapsöl.

Die Produktpalette wird stetig ausgebaut und optimiert

Ihr Kautschuk-Knowhow und ihre innovativen Produkte machen die Rhein Chemie bald über die deutschen Landesgrenzen hinaus bekannt; 1956 ist das Unternehmen bereits in elf europäischen Ländern aktiv. Neben dem Schwerpunkt auf innovative, kundenspezifische Lösungen behält auch der Nachhaltigkeits-Aspekt seine Bedeutung für die Firma.
1971 kommen die ersten Produkte der heute renommierten Rhenogran-Familie auf den Markt; die in einer Polymermatrix vordispergierten Kautschuk-Additive lassen sich endlich staubfrei und besonders homogen in die Gummimischung einarbeiten. Über die kommenden Jahrzehnte entwickelt Rhein Chemie auch diese vielversprechende Produktfamilie stetig weiter; aktuell umfasst sie über 100 Produkte, die optimal auf die verschiedensten Einsatzbereiche zugeschnitten sind.
Jüngster Neuzugang der nach wie vor wachsenden Palette innovativer polymergebundener Additive wird Rhenogran CNT sein, das die vielversprechenden Kohlenstoff-Nanotubes in bewährt einfacher Weise handhabbar macht. Die

Nachhaltigkeit immer im Fokus

Im Kunststoff-Sektor entwickelte die Rhein Chemie Anfang der 1970er Jahre die ersten Hydrolyseschutzmittel für Polyurethane – Markenname Stabaxol. Auch dieses Produkt wurde seither stetig weiter optimiert. Inzwischen schützt das in flüssiger und fester Form oder als Masterbatch erhältliche Additiv eine ganze Reihe technisch wichtiger Polymere vor frühzeitiger hydrolysebedingter Alterung, neben PUR auch TPE, TPU, PET, PA und EVA.

Damit erhöht Stabaxol die Lebensdauer Hydrolyse anfälliger Kunststoffe besonders in anspruchsvollen Anwendungen, etwa in Federelementen aus zelligem Polyurethan für Automobile oder in Siebgeweben aus PET-Monofilamenten, die in der Papierherstellung zum Einsatz kommen. Hier wie in vielen anderen Einsatzgebieten hilft Stabaxol nicht nur, Ressourcen zu sparen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion zu steigern, zum Beispiel durch Verlängerung von Wartungsintervallen. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich Stabaxol zum wichtigsten Produkt der Rhein Chemie für die Kunststoff-Branche entwickelt. Mit BioAdimide hat die Lanxess-Tochter aktuell sogar eine Produktlinie für den Hydrolyseschutz von Biopolymeren im Angebot.Vor wenigen Jahren nahm die Rhein Chemie sogar eine ganz neue Produktgruppe ins Portfolio, die seither durch starkes Wachstum überzeugt: Bladder. „Auch sie helfen, bessere und Energie-sparende Reifen zu produzieren“, so Borkowsky. Bei Bladdern – auch Heizmembranen genannt – handelt es sich um Gummi-Membranen, die den entstehenden Reifen während der Vulkanisation an die Innenwand der Form pressen. Gute Bladder führen zu besonders gleichmäßigen Reifen – die sich durch niedrigere Rollwiderstands- und Abriebwerte auszeichnen. Dank neuer, vorbeschichteter Bladder von Rhein Chemie kann die Reifenindustrie obendrein auf die weit verbreiteten, zusätzlichen Trennmittel im Produktionsprozess verzichten.

Knowhow für eine gute Zukunft

„Der Beitrag zur Nachhaltigkeit, der mir persönlich am meisten am Herzen liegt, ist jedoch unser Chemistry Lab ‚Kautschuk und Gummi‘, mit dem wir jungen Menschen aus der Umgebung die Möglichkeit geben, sich im Chemie-Unterricht – und bei einem Besuch in unseren Laboratorien – eingehend mit dem Werkstoff Gummi und seinen Chancen auseinander zu setzen“, so Borkowsky.