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Nach Prof. Eberhard Jochems Erfahrung ist ein zentrales Hemmnis bei Energieeffizienz-Investitionen das Konzentrieren der Investitionsentscheidung auf das Risiko. So entscheiden sich etwa 85 Prozent der Unternehmen allein auf Basis der Amortisationszeit; und lassen einen Rentabilitäts-Indikator wie die interne Verzinsung außer Acht. Zwei oder drei Jahre geforderte Amortisationszeit führen laut Jochem zu einer systematischen Fehlentscheidung, weil rentable Energieeffizienz-Investitionen mit einer internen Verzinsung von bis zu 49 Prozent ignoriert werden.

Die Einkaufsabteilungen nehmen nach Jochems Ansicht zudem Anforderungen zu energieeffizienten Komponenten häufig nicht in die Ausschreibungen mit auf. Statt die Lebenszykluskosten zu betrachten, fielen die Entscheidungen daher oft nach der günstigsten Investitionssumme. Auch die Finanzierung der Energieeffizienz-Investitionen ausschließlich aus dem Cash-Flow des Unternehmens verhindere Investitionen, die eine Rentabilität von über 10 Prozent hätten und sich dadurch durchaus für eine Fremdfinanzierung anbieten würden.

Jochem empfielt Unternehmen sich an dem vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Projekt „30 Pilot-Netzwerke“ zu beteiligen. In einem solchen Netzwerk arbeiten zehn bis 15 Unternehmen gemeinsam am Erreichen von Energieeffizienz-Zielen, sie lernen voneinander und tauschen ihre Erfahrungen aus. Im Schnitt verbessern die in den Netzwerken organisierten Unternehmen ihre Energieeffizienz doppelt so schnell wie der Durchschnitt aller Unternehmen in Deutschland – auch deshalb, weil sie ihre Entscheidungsroutinen umstellen.

(dl)