Mit ihnen kann an Probekörpern untersucht werden, wie sich die Polyamide Durethan, Polyester Pocan und endlosfaserverstärkten Hochleistungscomposites Tepex unter konstanter mechanischer Last zeitabhängig verformen. Die mit den Anlagen ermittelten Materialkennwerte kommen in Simulationstools zum Einsatz, mit denen das Langzeitverhalten entsprechender Bauteile unter dauerhafter mechanischer und thermischer Belastung zuverlässig vorhergesagt werden kann. Mit beiden Prüfmaschinen können neben Kriechprüfungen nach ISO 899-1 auch Relaxationsversuche und Tests mit benutzerdefinierten Belastungsprofilen aus mehreren Lastblöcken durchgeführt werden – und das bei Temperaturen bis 200 °C. „Die Messungen erfolgen im Rahmen unseres Hi Ant-Kundenservices nach Wünschen unserer Entwicklungspartner, aber auch für eigene Projekte“, erklärte Dr. Marcel Brandt, technischer Leiter des Material Testing Centers.

Individuelle Regelung der Versuchsstationen
Die beiden neuen Prüfmaschinen decken einen Lastbereich von bis zu 10 kN pro Probe ab. Sie sind jeweils mit fünf Laststrängen ausgestattet, die in einer Temperierkammer untergebracht sind. Die Versuchsstationen lassen sich individuell steuern und regeln. „Dadurch können fünf verschiedene, voneinander unabhängige Tests wie etwa Kriech- und Relaxationsversuche nebeneinander unter identischen Temperaturen durchgeführt werden, was sowohl Platz, Kosten wie Versuchszeit einspart“, so Brandt. Die Dehnungsänderung der Probekörper unter Last wird berührungslos auf optischem Wege mit je einem hochauflösenden Videoextensometer an jeder Prüfachse gemessen.