TDI wird als Vorprodukt für die Herstellung von Polyurethan-Weichschäumen benötigt, aus denen viele Alltagsprodukte wie Matratzen und Autositze bestehen. In die neue Anlage werden rund 250 Mio. Euro investiert. Inklusive der Pläne weiterer Unternehmen im Umfeld zur Errichtung von Betrieben, die mit der TDI-Produktion in Verbindung stehen, beläuft sich die Gesamtinvestition im Chempark auf über 400 Mio. Euro.

„Mit dieser Anlage im so genannten World-Scale-Format mit einer Kapazität von 300.000 Jahrestonnen wird Dormagen zum neuen Produktionszentrum für TDI in Europa“, unterstrich Dr. Joachim Wolff, im Executive Committee von Bayer Materialscience zuständig für die Business Unit Polyurethanes. Das Gasphasen-Verfahren macht die TDI-Herstellung in Dormagen besonders effizient. „Dabei werden Energie und Ressourcen optimal genutzt. So lassen sich hier gegenüber einer konventionellen Anlage gleicher Kapazität bis zu 60 Prozent Energie einsparen, außerdem werden bis zu 80 Prozent weniger Lösungsmittel benötigt. Dies sichert uns nicht zuletzt auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil“, betonte Wolff.

Der Dormagener Bayer-Betriebsratsvorsitzende André van Broich sagte: „Die neue TDI-Anlage ist der Beleg dafür, dass unser heimischer Standort hier in Nordrhein-Westfalen – Europas größter Chemieregion – sehr wohl wettbewerbsfähig ist, auch im internationalen Vergleich.“ Dafür gebe es neben der hervorragenden Infrastruktur und dem entsprechenden Verbund noch einen wichtigen Grund: „Wir haben in unseren Betrieben und in der Region hervorragende und top-ausgebildete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eine solche Hightech-Anlage sicher und effizient fahren können.“

Im Rahmen des Projekts werden 20 neue Mitarbeiter eingestellt, die teilweise schon jetzt Seite an Seite mit den etwa 80 Kollegen in der derzeitigen TDI-Pilotanlage arbeiten und ein intensives „Training on the job“ erhalten. Auch das Umfeld profitiert: Zwischen 500 und 1.000 Arbeitskräfte sind während der Bauphase zusätzlich in dem Projekt gebunden. Viele Auftragnehmer kommen aus der Region, wie zum Beispiel die Rohrleitungsplanungsfirma Keynes aus Neuss und der Apparatebauer Quast sowie der Apparatebauer APL aus Dormagen. Auch später im laufenden Betrieb werden Firmen aus Dormagen und Umgebung für Wartungsarbeiten, Bau- und Instandhaltung sowie technische Dienstleistungen im Umfeld der neuen Anlage integriert sein.

(dw)