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Ende der 1930er, Anfang der 1940er Jahre begann der Siegeszug des Kunststoffs. Arthur Krüger erkannte die riesigen Chancen der technischen Kunststoffe und ihre Einsatzmöglichkeiten im Maschinenbau, in der Elektroindustrie und im Verkehrsgewerbe. Er gründete am 18.11.1938 zusammen mit seinem Sohn Werner die Arthur Krüger oHG, die den Handel mit Kunststoffen in Norddeutschland betrieb. Schnell wuchsen die Anforderungen der Kunden. Platten und Stäbe mussten nicht nur auf das gewünschte Maß gesägt werden. Kunden fragten verstärkt Fertigteile nach: Bohren, Fräsen, Schleifen, Polieren. Das Sortiment musste durch die rasante Weiter- und Neuentwicklung verschiedenster Kunststoffsorten ständig erweitert werden, aber auch die Kunststoffbe- und -verarbeitung wurden zum Motor für das stete Wachstum des Unternehmens.

Nach einer Lehre zum Feinmechaniker und einem anschließenden Wirtschaftsingenieurstudium trat Jürgen Krüger 1962 in die zur KG umgewandelte Firma ein, die damals noch in Hamburg ansässig war. Aber er wollte nicht nur der Nachfolger des Großvaters Arthur und seines Vaters Werner sein. Er hatte es sich in den Kopf gesetzt, Kunststoffplatten durch Vakuumtiefziehen zu verformen. Hierzu reiste er unter anderem in die USA, um sich dort die Technik des Thermoformens anzueignen. In den Vereinigten Staaten war die Kunststoffverarbeitung damals weiter entwickelt als in Deutschland.

Schon drei Jahre später wurde die erste Tiefziehmaschine angeschafft. Bis zum heutigen Tage stehen über 15 Anlagen am jetzigen Firmenstandort in Barsbüttel, im Osten von Hamburg. Die größte ist in der Lage, Platten von 3.300 x 2.200 mm zu verformen. Diese großformatigen Werkstücke finden ihre Anwendung beispielsweise in Abdeckhauben, Motorenverkleidungen und Bankenterminals.

Jürgen Krüger baute seine Betriebe auf mittlerweile fast 200 Mitarbeiter aus, wovon ein Drittel das Handelsgeschäft betreut. Der größere Anteil der Arbeitnehmer ist mit der Verarbeitung von Kunststoffen beschäftigt. Die im Werk 2 in Barsbüttel hergestellten Kunststofffertigteile werden bundesweit und im angrenzenden, deutschsprachigen Ausland vertrieben. Durch die Nähe zum Hamburger Luftfahrtzentrum hat sich das Unternehmen erfolgreiche Verbindungen zur stark wachsenden Luftfahrtindustrie geschaffen und stellt unterschiedliche Inneneinrichtungen für Flugzeuge her.

Von 1990 bis 1994 war Jürgen Krüger Präsident des GKV, des Gesamtverbands der kunststoffverarbeitenden Industrie, und warb unermüdlich in der Industrie für den Kunststoff als hochmodernen Werkstoff mit einer großen Zukunftsperspektive. Heute blickt er auf über aktive und erfüllte 50 Jahre im Einsatz für den Kunststoff zurück. Sein Unternehmen hat er gut bestellt. Tochter Carola Keller (geb. Krüger) und Sohn Nils Krüger sind geschäftsführende Gesellschafter. Er selbst hat den Vorsitz im Beirat übernommen und behält damit die strategische Kontrolle über die Firmengruppe. Ende August wird er seinen 75. Geburtstag feiern.

(dw)