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Auch in diesem Jahr war die Konferenz zum Thema WPC, die von der britischen Applied Market Information durchgeführt wird, gut besucht. 145 Teilnehmer aus 29 Ländern nutzten die Tagung, um sich über die neuesten Entwicklungen und Trends zu informieren. Zum Themenspektrum gehörten ein Marktüberblick genauso wie jüngste Materialentwicklungen, Einsatztrends sowie Veränderungen bei Maschinen und Verfahrenstechnik.

Decking ist und bleibt die Nummer 1 bei den Anwendungen für WPC-Profile in Europa. Im letzten Jahr wurde das WPC-Gütesiegel eingeführt, was dem mit 20 bis 25 % jährlich wachsenden Markt nochmals Aufschwung verleiht. Eine Trendwende ist bei den Produkten selbst zu erkennen. So ist die Nachfrage nach WPC-Vollprofilen in den letzten drei Jahren um rund 20 % gestiegen und zwar zu Lasten der bisher vornehmlich eingesetzten Hohlkammerprofile. Grund dafür sind die spezifischen Vorteile der Vollprofile: im Gegensatz zu Hohlkammerprofilen lassen sich Vollprofile auch diagonal schneiden und benötigen beim Verlegen keine spritzgegossenen Randabdeckungen. Da sie der natürlichen Alternative Holz noch ähnlicher sind, lassen sie sich zudem über die gleichen Vertriebsstrukturen vermarkten. Bei der Herstellung punkten die Vollprofile dadurch, dass sie sich leichter prägen lassen, keine komplexe Kalibrierung benötigen und mit einem höheren Regranulat-Anteil produziert werden können.

Aufgrund geänderter Markttrends und der steigenden Nachfrage nach Vollprofilen hat der Extruder-Hersteller Battenfeld-Cincinnati, einen maßgeschneiderten Extruder (Fiberex 114) entwickelt und diesen dem internationalen Publikum gleich in Produktionsanwendung vorgestellt. Für das Vollprofil wurde während der Vorführung ein Material der belgischen Beologic aus Sint-Denijs eingesetzt, das zu 50 % aus PVC und zu 50 % aus Holzfasern besteht. Bei einer Leistung von rund 500 kg/h und einer Geschwindigkeit von 1,6 m/min wurde ein 160 mm breites und 25 mm dickes Profil produziert. Dabei sorgte der Extruder dank seiner verfahrenstechnischen Auslegung für optimale Prozessstabilität und hohe Ausstoßleistung.

Das Werkzeug inklusive Kalibrier- und aktiver Abzugseinheit stammt von Greiner Tech.Profile aus Pettenbach in Österreich. Die übrigen Nachfolgeeinrichtungen von Battenfeld-Cincinnati arbeiten in gewohnt energiesparend und effizient. Als weitere Partnerunternehmen unterstützen die Firmen Emde mit einem Spiralförderer, Brabender mit gravimetrischer Dosiervorrichtung, Woywood mit Masterbatch-Dosiereinheit sowie W&R Plastics mit Bereitstellung des Masterbatches die Vorführung.

(dw)