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Ziel der Vereinbarung ist die Weiterentwicklung von industriellen Produktionstechnologien für Verbundwerkstoffe, die das Gewicht von Automobil-Strukturteilen (um 20 % bis 50 % gegenüber herkömmlichen Materialien) verringern sollen. Gleichzeitig gilt es, Kosten, Qualität und Leistung weiterhin zu kontrollieren, um den strengen Vorgaben der Automobilindustrie gerecht zu werden und zukünftige Anforderungen des Marktes bereits zu berücksichtigen. Das Fraunhofer ICT verfügt bereits über eigene Pilot-Fertigungsstraßen, die eine Freigabe der neuen Verbundtechnologien und -verfahren ermöglichen.

Das Rahmenabkommen ist ein wichtiger Schritt für die Fortentwicklung von Faurecias Expertise auf dem strategisch bedeutsamen Gebiet der Kunststoff-Verbundmaterialien, einer Technologie, die in den nächsten Jahren aller Voraussicht nach ein starkes Wachstum erfahren wird. Die Verbundwerkstoffe sollen, sowohl bei Struktur- als auch bei Karosseriebauteilen, zu einer Gewichtsreduzierung um bis zu 50 % führen. Solche Verbundbauteile werden in den Bereichen Autositze, Innenraum-Systeme und (strukturelle und nicht strukturelle) Karosseriekomponenten künftig voraussichtlich immer häufiger zum Einsatz kommen.

Christophe Aufrère, Vize-Präsident für Technologie und Strategie von Faurecia, erklärte: „Die Kombination der Expertise des Fraunhofer ICT und Faurecias Produktkonzepten sowie deren industrieller Umsetzung wird in eine Partnerschaft münden, die auf diesem strategisch wichtigen Gebiet für beide Seiten von Vorteil ist.“

Prof. Dr. Frank Henning, stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer ICT und Professor für Leichtbautechnologie am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), äußerte sich so: „Für das Fraunhofer ICT ist die Zusammenarbeit mit Faurecia, einem der führenden Tier-One-Automobilzulieferer und -ausstatter der Welt, ein großes Privileg. Faurecias Einsatz von Verbundwerkstoffen wird eine breitere Marktaufnahme dieser Technologie auf den Schlüsselmärkten für Fahrzeuge weltweit sicherstellen.“

Faurecias Ziel ist die Implementierung dieser innovativen Materialien in der Großserienproduktion von Automobilkomponenten bis 2020. Damit dies gelingt, hat Faurecia ein globales Netzwerk von F&E-Partnerschaften auf dem Gebiet der Verbundmaterialien ins Leben gerufen, unter anderem die Partnerschaft mit der französischen Elitehochschule für Ingenieure ECN (Ecole Centrale de Nantes). Faurecia hat dort einen eigenen Lehrstuhl für Verbundwerkstoffe einrichten lassen.

Außerdem hat Faurecia schon früher in diesem Jahr die Automobilgeschäfte von Sora Composites übernommen, einem Unternehmen mit fundiertem Fachwissen auf dem Gebiet der Kunststoffverbunde und der Verwendung von Glas- und Kohlefasern im Automobilbereich. Die hier produzierten Komponenten sind für Karosserie- und Strukturbauteile von Automobilherstellern der Mittel- und Premiumklasse bestimmt.

Faurecia ist der weltweit sechstgrößte Automobilzulieferer in vier Bereichen: Autositze, Technologien zur Emissionskontrolle, Innenraumsysteme und Automotive Exteriors. Die Gruppe erwirtschaftete 2011 einen Umsatz von 16,2 Mrd. Euro. Der Konzern beschäftigt rund 84.000 Mitarbeitern in 33 Ländern mit 270 Standorten und 40 F&E-Zentren.

(dw)