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Jan Kuppinger vom Fraunhofer ICT nahm den Preis stellvertretend für das Partnernetzwerk Ende März entgegen. Zusammen mit Bombardier Transportation war er für die Gesamtleitung des Projektes verantwortlich. Die ausgezeichnete selbsttragende Dieselmotoreinhausung für Schienenfahrzeuge basiert auf einer glasfaserverstärkten Polyurethan-Sandwichstruktur und ersetzt an geeigneten Stellen die gängigen Materialien wie Stahl und Aluminium; sie erreicht dadurch eine anwendungsspezifische Gewichtseinsparung von 35 %.

Die Partner Bombardier, KraussMaffei Technologies, Bayer MaterialScience, DECS, DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte, Universität Stuttgart (IFB) und dem Karlsruher Institut für Technologie (wbk) wurden ausgezeichnet für die umfangreichen Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, die zur Fertigung der Sandwichstrukturen für das Demonstratorbauteil führten. Für dieses Bauteil mit 4,5 m Länge und 2,5 m Breite wurden Sandwichkern- und Deckschichtmaterialien, Fertigungsverfahren, Brandschutzsysteme, Konstruktionsprinzipien und Berechnungsverfahren entwickelt. Die neuartige, schnittstellengleiche Bauweise unter Verwendung von faserverstärkten Polyurethan-Sandwichstrukturen ermöglicht eine Gewichtsreduzierung der Einhausung bei gleichzeitig reduzierter Anzahl an Bauteilen. Trotzdem werden alle Anforderungen des Lastenhefts, wie beispielsweise die Durchschlagsfestigkeit, erfüllt.

„Erstmals ist es gelungen, die Polyurethan-Sandwichstrukturen auf strukturelle Anforderungen auszulegen, neue Brandschutzanforderungen zu erfüllen und mit dem gewählten Fertigungsverfahren ein so großes und komplexes Bauteil herzustellen. Die erzielten Ergebnisse können zudem auf weitere Branchen, wie zum Beispiel die Automobilindustrie direkt übertragen werden“, erklärt Jan Kuppinger.

(dw)