Das Festkolloquium stand unter dem Motto „Werte in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Einblicke.“ Als Redner konnte das IKV langjährige Weggefährten von Michaeli gewinnen. Es sprachen Prof. i.R. Max Kerner (historisches Institut der RWTH), Prof. em. Hartwig Höcker (DWI an der RWTH), Dr.-Ing. Herbert Müller (Mitglied des Vorstands von Surteco) und Prof. Johannes Wortberg (Lehrstuhl für Konstruktionslehre und Kunststoffmaschinen der Universität Duisburg-Essen).

Michaeli übernahm die Institutsleitung im Jahr 1989 von Prof. Georg Menges. Er festigte den schon damals etablierten Ruf des IKV als größtes Forschungszentrum für Kunststoffverarbeitung weltweit. Er führte das IKV durch so manche Wirtschaftskrise. Heute hat das IKV 80 wissenschaftliche Mitarbeiter, 50 nichtwissenschaftliche Mitarbeiter und über 220 studentische Hilfskräfte, die in drei großen Versuchshallen und diversen Laboren praxisnahe Forschung betreiben. 235 Unternehmen der Kunststoffbranche weltweit unterstützen das IKV in der Fördervereinigung.

Zahlreiche Innovationen wurden unter der Leitung von Michaeli realisiert, darunter die Wasserinjektionstechnik, Implantate aus resorbierbarem Kunststoff zum Verschließen von Herzklappen, die kontinuierliche Verbesserung der Simulation von Verarbeitungsverfahren und Werkstoffmodellen bis hin zur heute schon teilweise realisierten integrativen Simulation, die mehrere Simulationsschritte zur Vorhersage des Bauteilverhaltens verknüpft.

Wenn Michaeli nun die Institutsleitung an seinen Nachfolger Prof. Christian Hopmann übergibt, werden viele Forschungsvorhaben der Grundlagenforschung zum Beispiel im Exzellenzcluster der RWTH Aachen „Integrative Produktionstechnik für Hochlohnländer“ noch viele Jahre fortgeführt. Sonderforschungsbereiche mit einer Laufzeit von zum Teil zwölf Jahren sind gerade auf den Weg gebracht, unter anderm zur Plasmatechnologie.

Für sein Engagement in Forschung und Lehre hat Michaeli viele Auszeichnungen und Ehrungen erhalten. So erhielt er 1998 die Ehrendoktorwürde der Universität Erlangen-Nürnberg, 2002 den VDI-Kunststoff-Innovationspreis, 2009 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und 2010 die Otto-von-Guericke-Medaille für seine Verdienste um den Brückenbau zwischen Wissenschaft und Wirtschaft – um nur einige zu nennen.