Der französische Verfahrensentwickler Roctool aus Le Bourget du Lac wird das Indumold-Verfahren zur induktiven Erwärmung von Spritzgiesswerkzeugen, das vom Kunststoffinstitut Lüdenscheid (KIMW) entwickelt wurde, kaufen. Dies sagte der Geschäftsführer von Roctool, Alexandre Guichard, im Beisein von Stefan Schmidt, Geschäftsführer des KIMW auf der Fakuma. Roctool verfügt damit über zwei induktive Erwärmungsverfahren: das eigene Cage-Verfahren, bei dem die Leitungen für die induktive Erwärmung um die Form herum verlegt werden sowie Indumold, bei dem diese Leitungen in die Form integriert werden. Ein weiteres neues Induktionsverfahren namens 3iTech will Roctool in Kürze, Ende Oktober, präsentieren. Dadurch könne das Unternehmen für Formteile aller Art, je nach Werkstoff und geplanter Anwendung, „eine adäquate Lösung“ anbieten, so Guichard. Kunststoffverarbeiter, die sich für diese Verfahren interessierten, könnten diese auch in Lüdenscheid testen, ergänzte Schmidt. Der Vorteil von induktiven Verfahren ist, dass in kurzer Zeit hohe Werkzeugwandtemperaturen erreicht werden können, wodurch eine Verbesserung der Formteilqualität oder des Fertigungsprozesses erreicht werden kann. Mit dem Cage-Verfahren werde so eine Temperaturerhöhung um 100 °C in 6 bis 10 Sekunden erreicht, bei Indumold in 2 Sekunden, sagten Guichard und Schmidt. Darüber hinaus kooperieren beide Unternehmen weiter in der Verfahrensentwicklung miteinander. Daraus ist das 3iTech-Verfahren hervorgegangen, welches das Cage- und das Indumold-Verfahren kombiniert. Damit stoße man in neue Bereich vor, so Guichard. Das Verfahren eigne sich für Temperaturen von 20 bis 400 °C, mit oder ohne Bewegung, mit offener oder geschlossener Form.

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