Acht Berufe können bei dem Spritzgießmaschinenbauer  erlernt werden. Anna Spiegl (links) macht eine Ausbildung zur Mechatronikerin, Denise Lettner hat sich für die Informationstechnologie entschieden. (Bild: Engel)

Acht Berufe können bei dem Spritzgießmaschinenbauer erlernt werden. Anna Spiegl (links) macht eine Ausbildung zur Mechatronikerin, Denise Lettner hat sich für die Informationstechnologie entschieden. (Bild: Engel)

„Der Girls‘ Day ist eine klassische Win-win-Situation“, sagt Werner Wurm, globaler Ausbildungsleiter bei Engel. „Qualifizierte und engagierte Fachkräfte zu finden, wird für Unternehmen immer mehr zur Herausforderung. Angebote wie der Girls‘ Day sind für uns das beste Mittel, um junge Frauen für einen technischen Beruf zu begeistern. Die Mädchen wiederum lernen neue Berufsfelder kennen und können sich davon überzeugen, wie viel Talent für einen technischen Beruf in ihnen steckt.“ Corona-bedingt musste der Girls‘ Day in diesem Jahr in digitaler Form stattfinden. „Ich finde es gut, dass man den Girls‘ Day trotz der aktuellen Situation auch 2021 anbietet“, betont Wurm. Dennoch freut er sich darauf, wenn die Mädchen wieder zu Engel in die Lehrwerkstätte kommen dürfen: „Kein virtuelles Angebot kann das Gefühl ersetzen, das die Teilnehmerinnen erleben, wenn sie direkt in der Werkstatt arbeiten und selbstständig Maschinen bedienen“.

Vielfältige Aufgaben für Lehrlinge

„Die Ausbildung zur Mechatronikerin ist für Mädchen genauso gut geeignet wie für Burschen. Mir machen vor allem die abwechslungsreichen Tätigkeiten und das Arbeiten mit meinen Händen Spaß“, erzählt Anna Spiegl. (Bild: Engel)

„Die Ausbildung zur Mechatronikerin ist für Mädchen genauso gut geeignet wie für Burschen. Mir machen vor allem die abwechslungsreichen Tätigkeiten und das Arbeiten mit meinen Händen Spaß“, erzählt Anna Spiegl. (Bild: Engel)

Anna Spiegl hat während ihrer Schulzeit im Rahmen des Girls‘ Days Industrieunternehmen besucht. Heute ist sie Lehrling der Mechatronik im dritten Lehrjahr bei Engel in Schwertberg, Österreich. „Ich wusste schon davor, dass ich einen technischen Beruf erlernen möchte. Der Girls‘ Day hat mich in meiner Entscheidung bestärkt“, erzählt sie. Viele ihrer Klassenkameradinnen hatten eine technische Ausbildung nicht vor Augen oder kannten die vielfältigen Möglichkeiten gar nicht. Aufgrund des Girls‘ Days haben einige ihre Meinung doch noch geändert. Genau diese Aufklärung über berufliche Perspektiven macht den Aktionstag aus. „Dass sich noch immer überproportional viele Frauen für einen als typisch weiblich geltenden Beruf entscheiden, liegt vorwiegend an mangelndem Wissen über Alternativen und keinesfalls an der fehlenden Eignung“, betont Wurm.

„IT und Technik haben mich schon immer interessiert. Daher war klar, dass ich später in diesem Bereich arbeiten möchte“, sagt Lehrling Denise Lettner. (Bild: Engel)

„IT und Technik haben mich schon immer interessiert. Daher war klar, dass ich später in diesem Bereich arbeiten möchte“, sagt die angehende IT-Technikerin Denise Lettner. (Bild: Engel)

Rund 15 Prozent der Lehrlinge bei Engel Austria sind aktuell Frauen. Während der Lehrzeit wird großer Wert auf eine breite Vermittlung von Fähigkeiten gelegt. „Von Feilen, Bohren bis zur Inbetriebnahme von Maschinen ist alles dabei“, sagt Anna Spiegl. Aktuell ist sie in der Montage beschäftigt: „Es ist wirklich cool, dass meine Arbeit direkt in die Spritzgießmaschine einfließt, die später beim Kunden steht.“ Auch ihre Jahrgangskollegin Denise Lettner, Lehrling in der IT-Technik, schätzt die abwechslungsreichen Tätigkeiten: „Meine Zeit im Client-Service habe ich gerade beendet. Dort war ich zum Beispiel für das Aufsetzen von Computern zuständig. Momentan arbeite ich in der Infrastruktur, wo ich unter anderem neue User anlege.“ Auf ENGEL ist Lettner durch eine Internet-Recherche gestoßen: „Eine Firma in der Region zu finden, die eine Lehre im IT-Bereich anbietet, war gar nicht so einfach. Nach dem Schnuppertag bei dem Spritzgießmaschinenbauer war klar: Hier will ich arbeiten. Vom ersten Tag an hat das Arbeitsklima gepasst und ich finde es toll, dass Lehre mit Matura unterstützt wird.“ Die Vorbereitungskurse können die Lehrlinge direkt im Unternehmen besuchen – das spart Zeit und ermöglicht den unmittelbaren Austausch mit den Jahrgangskollegen.

Internationale Erfahrung sammeln

Die Ausbildung der eigenen Fachkräfte ist dem Unternehmen seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen. In den österreichischen Werken in Schwertberg, St. Valentin und Dietach werden aktuell 180 Lehrlinge in acht technischen Berufen ausgebildet. Neben Mechatronik und Informationstechnologie sind das Zerspanungstechnik, Maschinenbautechnik, Kunststofftechnik, Werkstofftechnik, Maschinenbaukonstruktion und Betriebslogistik. Als Ausbildungsbetrieb der Dualen Akademie bietet Engel jungen Erwachsenen, die nach einer AHS-Matura ins Berufsleben einsteigen möchten, eine praxisbezogene Ausbildung. Auch über die Landesgrenzen hinaus sorgt das Unternehmen selbst für seinen Fachkräftenachwuchs und bildet in China, Tschechien und Deutschland aus. Für die Lehrlinge bedeutet das: Internationalität schon während der Ausbildungszeit. Die zwei Besten jedes Jahrgangs dürfen nach Abschluss ihrer Lehre ein mehrwöchiges Praktikum an einem der internationalen Standorte absolvieren. Alle Informationen zum Ausbildungsangebot gibt es auf der Engel Website.