Für die Flut von Plastikmüll in den Ozean gibt es bisher keine koordinierten Lösungen. (Bild: Fraunhofer Umsicht/Leandra Hamann)

Für die Flut von Plastikmüll in den Ozean gibt es bisher keine koordinierten Lösungen. (Bild: Fraunhofer Umsicht/Leandra Hamann)

Das IFOPR hat es sich zur Aufgabe gemacht, einen Lösungsansatz für die Verschmutzung der Weltmeere mit Plastik zu entwickeln. Das Beratungsinstitut mit Sitz in Würzburg arbeitet über sein Pilotprojekt „Silicon Harbour“ an einer weltweit skalierbaren Lösung. Die Idee: über einen Cradle-to-Cradle-Ansatz eine Lücke im Wirtschaftskreislauf zu schließen. Dafür kooperiert das Institut mit Reedereien und Verbänden (zur Bereitstellung der Schiffe), Forschungsinstituten (zur Entwicklung der Press- und Recyclingtechnik, des Containersystems und der Logistik) und Maschinenbauunternehmen (zur Produktion der Maschinen). Gesellschafter sind die Unternehmer Herbert Hornung und Peter Bales sowie der Steuerberater Dr. Balthasar Höhn.

Erste Kooperationsangebote aus der deutschen Wirtschaft

IFOPR-Mitgründer Herbert Hornung freut sich über die positive Resonanz aus den deutschen Chefetagen: „Im 21. Jahrhundert werden auf Dauer nur wirklich nachhaltige Geschäftsmodelle Bestand haben. Unser Eindruck ist: Die Entscheidungsträger in der deutschen Industrie haben verstanden, dass sie in den Handlungsmodus schalten müssen, um die Idee der Kreislaufwirtschaft zum Leben zu erwecken. Mit unserem Ansatz, aus dem Plastikmüll in den Weltmeeren ein nachhaltiges Geschäftsmodell im Interesse aller Menschen zu machen, stoßen wir daher nicht nur auf Interesse, sondern auf regelrechte Begeisterung.“ Denkbar wären für das Institut für Ozean Plastik Recycling vor allem Kooperationen, bei denen produzierende Unternehmen aus der Industrie Produktionsstätten am „Silicon Harbour“ errichten und den dort angelieferten Plastikmüll direkt zu Produkten weiterverarbeiten. „Das würde die Lieferketten nachhaltig in Lieferkreisläufe transformieren“, sagt Hornung.

Öffentlichkeit und junge Generation sensibilisieren

Gleichzeitig führen die Gründer des IFOPR Gespräche mit Vertretern der regionalen und überregionalen Politik. „Wir als Menschheit stehen vor einer Mammutaufgabe, die wir nur Schritt für Schritt und Hand in Hand lösen können“, sagt Mitgründer Peter Bales. „Wir möchten ein breites Bündnis schmieden. Die Politik ist ein wichtiger Partner zur Bewerbung unserer Idee.“ Dazu gehört auch Aufklärungsarbeit, an der sich die Menschen aktiv beteiligen können: „Sobald die Beschränkungen durch die Corona-Pandemie gelockert werden können, wollen wir auch die interessierte Öffentlichkeit stärker in unsere Arbeit einbeziehen“, sagt Bales. „Wir denken zum Beispiel über großangelegte öffentliche Sortieraktionen in Zusammenarbeit mit Schulen nach – mit dem Ziel, der ganz jungen Generation konkrete Antworten auf ihre Fragen zu geben. Es macht einen Unterschied, ob man abstrakt davon hört, wie viele Tonnen Plastikmüll Jahr für Jahr im Ozean landen – oder ob man das Problem direkt in Händen hält.“ Aktuell eruiert das IFOPR für diese Aktionen mögliche Standorte.

Finanzpartner gesucht

Parallel läuft auch die Suche nach Finanzierungspartnern. Laut Business-Plan sind für das Pilotprojekt des Silicon Harbour rund 1,8 Mio. EUR zu veranschlagen. Das IFOPR freut sich daher nach eigener Auskunft über jeden Hinweis auf Fördermöglichkeiten sowie seriöse Kooperationsangebote seitens Industrie, Wissenschaft und Politik.