Treffert setzt seine langfristigen Investitionspläne um. (Bild: Treffert)

Treffert setzt seine langfristigen Investitionspläne um. (Bild: Treffert)

Auch in der aktuellen Corona-Pandemie und der damit verbundenen weltweiten Unsicherheiten hält das Bingener Kunststoffunternehmen Treffert an seiner langfristigen Investitionsstrategie fest. So wurde bereits zu Beginn des Jahres 2020 die Kleinproduktion neu aufgebaut. Mit der Anschaffung neuer Extrusions- und Spritzgussmaschinen investiert wird außerdem in neue Entwicklungs- und Produktionskapazitäten sowie in die Qualitätssicherung.

Optimierter Neuaufbau der Kleinproduktion

Treffert ist auf das Herstellen von Masterbatches oder Compounds spezialisiert. Mit ihnen können verarbeitende Betriebe ihre Grundkunststoffe in der gewünschten Weise selbst einfärben oder fertige Produkte in der gewünschten Farbe herstellen. Aber auch als Additivkonzentrate verleihen Masterbatches Kunststoffen verschiedene Funktionen, wie etwa Lichtschutz, Hitzeschutz, antioxidative antistatische Wirkung. Auch können die Kunststoffe laserschweiß oder –markierbar eingestellt werden.

Die sogenannte Kleinmengenproduktion, in der üblicherweise Aufträge von Masterbatches in Losgrößen bis zu 250 kg hergestellt werden, begann Ende 2019 mit dem Umzug in neu gestaltete, größere Räume. „Im Laufe des Jahres 2020 haben wir drei existierende Extrusionslinien für die Herstellung der Masterbatchgranulate sukzessive bei laufendem Betrieb versetzt und in den neuen und deutlich größeren Räumlichkeiten wiederaufgebaut,“ erklärt Jörg Stifel, der bei Treffert Produktion und Technik leitet. „Die optimierte Aufstellung der Anlagen erlaubt nun noch effizientere Arbeitsabläufe und eine Erhöhung der Kapazität für diesen Bereich.“ Außerdem, so Jörg Stifel, wurde in neue Kühltechnik investiert.

Neue Extrusionslinie im Sauberraum

Parallel zur neuen Kleinproduktion wurde am Standort Bingen eine neue Produktionslinie mit einem Einfärbeextruder etabliert. Hier werden die Grundpolymere von Verarbeitern mit den eigenen Masterbatches eingefärbt. Die daraus entstehenden, bereits eingefärbten Kunststoffe – auch Compounds genannt – können vom jeweiligen Verarbeiter unverändert zur Produktion verwendet werden. Eine Dienstleistung, die immer stärker angefragt wird, erzählt Jörg Stifel: „Damit entfällt der Schritt des Einfärbens für unsere Kunden und sie können den Kunststoff direkt für die Produktion verwenden.“

Das Besondere an der Produktionslinie liegt darin, dass sie in einem Sauberraum betrieben wird. „In diesem Raum sind alle Oberflächen sehr gut einsehbar, und, soweit möglich, aus Edelstahl. Sie sind sehr gut zu reinigen. Der Fußboden besitzt eine spezielle, ebenfalls sehr gut zu reinigende Beschichtung“, erläutert Jörg Stifel. Diese Maßnahmen erlauben eine Produktion unter sehr sauberen Bedingungen. Gleiches gilt für die ausschließliche Verwendung von Masterbatches in diesem Raum. Die sehr gut erreichbaren Maschinenteile ermöglichen darüber hinaus schnellere Rüstzeiten. So kann ein Produktwechsel auf der gleichen Maschine schneller und effizienter umgesetzt werden.

Neue Kapazitäten für das Labor

Treffert stellt sich durch den Ausbau seiner Produktionsmöglichkeiten auf ein gestiegenes Auftragsvolumen ein und investiert darüber hinaus auch in Entwicklung und Qualitätssicherung.

Das coloristische Labor, in dem die Farbrezepturen entwickelt und die Qualität von Farbpulvern, Farbmasterbatches und Compounds geprüft werden, erfährt seit acht Monaten einen Umbau bei laufendem Betrieb. Einhergehend mit einer Vergrößerung wurden nicht nur die Lichtverhältnisse durch eine neue Tageslichtanlage sowie die Belüftungsverhältnisse verbessert. Auch stellen nun insgesamt sieben Anlagen, zwei mehr als bisher und fünf davon neu, Prüfkörper zum Test der Farbrezepturen her.

Weiterhin verbessert der Masterbatchhersteller seine Entwicklungskapazitäten durch einen neuen Hochtemperaturextruder. Mit ihm können Kunststoffe bis zu einer Temperatur von +450 °C verarbeitet werden. „Damit ermitteln wir, wie High-Performance-Polymers mit temperaturstabilen Pigmenten und Additiven ausgerüstet werden können“, erklärt Jörg Stifel.

Auch die Qualitätssicherung wurde mit dem Einsatz eines weiteren Einschneckenextruders für das Labor optimiert. Die Anlage stellt Masterbatchkunststoffe in genau derjenigen Farb- oder Additivkonzentration her, wie sie beim Verarbeiter letztendlich zur Anwendung kommt. So sind Qualitätstests quasi unter Realbedingungen möglich.

Mehr Personal

Die Investitionen des Unternehmens fließen aber nicht ausschließlich in Technik. „Wer in Maschinen investiert, muss auch in Menschen investieren“, sagt Jörg Stifel. „Deswegen haben wir in den vergangenen Monaten drei Anlagenfahrer eingestellt.“ Die neuen Mitarbeiter fahren und überprüfen die neuen Extrusionsanlagen. (sf)