Biobasierte Verpackungsmaterialien als nachhaltige Alternative zu petrochemischen Verpackungen. (Bildquelle: malp - stock.adobe.com)

Der Markt für Post Consumer-Rezyklate zieht an. (Bildquelle: malp – stock.adobe.com)

Moderator Dr. Patrick Gloeckner, Head of Global Circular Plastics Program bei Evonik Industries, verwies auf die Wichtigkeit, Kunststoffe im Kreislauf zu halten. Hier sei es von großer Bedeutung, Prozesse aufeinander abzustimmen und den Herausforderungen im Recycling gemeinsam zu begegnen, zum Beispiel Qualitätsschwankungen durch unterschiedlich gut sortierte Wertstoffströme, fehlende Maschinengängigkeit auf herkömmlichen Anlagen oder sich widersprechende regulatorische Rahmenbedingungen, wie im Food- Pharma- oder Kosmetikbereich.

Eine Übersicht zum Einsatz von Rezyklaten im Verpackungsbereich gab es seitens Michael Wiener, CEO der Duales System Holding. Grundsätzlich würde der Markt für Post Consumer-Rezyklate anziehen. Wiener appellierte für eine verbindliche Rezyklateinsatzquote. Verbraucher würden nachhaltige Produkte und Verpackungen aus PCR Kunststoff bevorzugen, wie den Blauem Engel oder das RAL-Gütezeichen, die Hersteller vereinzelt nach Post Consumer-Rezyklaten nachfragen. Allerdings würde sich die Kreislaufwirtschaft bei PCR-Kunststoffen nur unzureichend entwickeln. Mit Blick auf den dramatischen Preisverfall bei Kunststoff, aufgrund sinkender Rohölpreise, stufte Wiener Rezyklate als derzeit nicht wettbewerbsfähig ein. Fallende Neuwarepreise machten den Einsatz von Rezyklaten unattraktiver. Das war bereits vor Corona so, die Krise habe diesen Trend jedoch noch weiter verstärkt.

Als positives Beispiel wurde die Rezyklateinsatzquote für PET-Getränkeflaschen nach Europäischer Einwegkunststoffrichtlinie von 25 Prozent bis 2025 angeführt. Hier sei trotz eines deutlichen Überangebotes bei PET-Neuware und fallenden Preisen eine relative Stabilität der Rezyklatmärkte zu verzeichnen. Kunststoffland NRW will das Thema weiterverfolgen, Follow-ups sind geplant. (jhn)