Zu den ökologischen Vorteilen der additiven Fertigung – dezentrale Produktion, bedarfsgerechte Herstellung und geringe Abfallmengen – komme damit ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt hinzu, sagt Covestro. Darüber hinaus bietet der Konzern auf der Formnext Connect einen Ausblick auf ein vielseitiges Portfolio von Materialien der Marke Addigy für die gängigen 3D-Druckverfahren. Die Entwicklungen werden am 10. November ab 11:00 Uhr im Rahmen einer interaktiven Expertensitzung im virtuellen Covestro-Studio vorgestellt.

„Eine überlegene Herstellungstechnik reicht heute nicht mehr aus, um wirklich nachhaltige Produkte herzustellen“, sagt Patrick Rosso, globaler Leiter des Bereichs Additive Fertigung bei Covestro. „Wir wollen die Zirkularität unserer Produkte erhöhen und dabei ihre guten Eigenschaften erhalten. Deshalb entwickeln wir derzeit neue, nachhaltigere Produkte, die sich bereits in der Testphase befinden.“

Nachhaltige Portfolioerweiterung

Dazu gehören Filamente aus rezyklierten Kunststoffen. Ein Teil der Rohstoffe für die rezyklierten Kunststoffe fällt in Form post-industrieller Abfälle in Produktionsstätten des Unternehmens an. Es lässt sich nach Umarbeitung als Filament für den 3D-Druck verwenden. Beispielsweise eignet sich ein Polycarbonat-Blend – genau wie andere Polycarbonat-basierte Filamente – für Anwendungen, die eine hohe Temperaturbeständigkeit voraussetzen.

Ebenfalls vielversprechend als Bausteine für nachhaltige 3D-Druck Produkte sieht der Konzern Polyole der Marke Cardyon. In ihnen ersetzt CO₂ einen Teil der bisher verwendeten petrochemischen Rohstoffe. Daraus lassen sich zum Beispiel thermoplastische Polyurethane (TPU) herstellen, die als Pulver oder Filamente in der additiven Fertigung zum Einsatz kommen können.

Die Schuh-Innensohle wurde mittels selektivem Lasersintern aus teilweise biobasiertem thermoplastischem Polyurethan (TPU) von Covestro gedruckt. (Bildquelle: Covestro)

Die Schuh-Innensohle wurde mittels selektivem Lasersintern aus teilweise biobasiertem thermoplastischem Polyurethan (TPU) von Covestro gedruckt. (Bildquelle: Covestro)

Außerdem entwickelt das Unternehmen teilweise biobasierte Produkte für den 3D-Druck, in denen der Kohlenstoffgehalt zu fast 50 Prozent aus Biomasse stammt. Aus einem solchen Material wurde eine Schuh-Innensohle mit selektivem Lasersintern (SLS) gedruckt. TPUs tragen zur vermehrten Nachhaltigkeit in pulver-basierten 3D-Druckverfahren bei. Denn bis zu 100 Prozent des nicht versinterten Pulvers – aufgrund der niedrigen Bauraumtemperaturen – lässt sich wiederverwenden. (jhn)