Der Anstieg ist vor allem auf ein niedrigeres Kostenniveau infolge von Kostensenkungsmaßnahmen zurückzuführen. Das Konzernergebnis stieg um 21,8 Prozent auf 179 Mio. EUR. Der Free Operating Cash Flow (FOCF) erhöhte sich auf 361 Mio. EUR – ein Plus von 48,6 Prozent. Ursache hierfür waren gestiegene Cashflows aus operativer Tätigkeit sowie planmäßig geringere Ausgaben für Sachanlagen.

Nachfolger von Patrick Thomas als CEO soll Dr. Markus Steilemann werden, der derzeit Chief Commercial Officer (CCO) im Vorstand von Covestro ist. (Bildquelle: Covestro

Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. (Bildquelle: Covestro)

Dr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro sagt: „Auch wenn die Coronavirus-Pandemie nach wie vor für Unsicherheit sorgt: Wir haben konsequent gehandelt und die richtigen Maßnahmen ergriffen, von denen wir jetzt profitieren. Im dritten Quartal hat sich die Nachfrage aus unseren Kundenindustrien wieder deutlich erholt. Das erzielte Mengenwachstum zeigt, dass wir auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen und die richtigen Antworten bieten.“

Jahresprognose 2020

Covestro bestätigt damit seine am 9. Oktober 2020 angepasste Gesamtjahresprognose. Sie geht davon aus, dass es nicht erneut zu gravierenden Einschränkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie kommen wird. Der Konzern erwartet das Ebitda im laufenden Jahr 2020 nun in Höhe von ungefähr 1,2 Mrd. EUR.

Für das Mengenwachstum im Kerngeschäft rechnet Covestro unverändert mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Beim FOCF erwartet der Konzern nun einen Wert zwischen null Mio. EUR und 300 Mio. EUR sowie einen Return on Capital Employed im mittleren einstelligen Prozentbereich.

Der CEO von Covestro, Thomas Patrick, kann ab April 2018 sich wieder voll auf seinen eigentlichen Job konzentrieren. Mit Dr. Thomas Toepfer hat das Unternehmen einen hauptamtlichen Finanzvorstand gefunden.

CEO von Covestro Dr. Thomas Toepfer. (Bildquelle: Covestro)

„Die Erholung von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie verläuft dynamischer als angenommen. So konnten wir im dritten Quartal unser Ergebnis deutlich verbessern“, erklärte Dr. Thomas Toepfer, Finanzvorstand von Covestro. „Durch unseren konsequenten Fokus auf Effizienz haben wir höhere Kosteneinsparungen erreicht und haben zusätzlich von einer positiven Margenentwicklung profitiert. Auf dieser Basis konnten wir unsere Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöhen. Entsprechend blicken wir mit Zuversicht auf das vierte Quartal.“

Akquisition: Nachhaltige Beschichtungsharze

Am 30. September 2020 hat der Konzern eine Vereinbarung zur Übernahme des Geschäftsbereichs Resins & Functional Materials (RFM) von DSM für einen Kaufpreis von 1,61 Mrd. EUR unterzeichnet. Damit mache der Unternehmen nach eigenen Angaben einen bedeutenden Schritt in der Umsetzung der langfristigen Unternehmensstrategie, nachhaltige und innovative Geschäftsbereiche gezielt auszubauen. Die Integration von RFM in das Segment Coatings, Adhesives, Specialties erweitere das Portfolio auf dem Wachstumsmarkt für nachhaltige Beschichtungsharze signifikant.

Im Zuge der Übernahme hat Covestro am 13. Oktober 2020 die angestrebte Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen: 10,2 Mio. auf den Inhaber lautende Stückaktien wurden unter teilweiser Ausnutzung des genehmigten Kapitals bei institutionellen Investoren platziert. Die Bruttoemissionserlöse in Höhe von 447 Mio. EUR werden zur Refinanzierung der Akquisition verwendet.

Nach einem herausfordernden ersten Halbjahr 2020 zeigte sich im Verlauf des dritten Quartals 2020 eine Erholung der Nachfrage aus den Kundenindustrien von Covestro. Insgesamt liegen die Ergebnisse des Dreivierteljahres 2020 unter dem Vorjahresniveau. In den ersten neun Monaten 2020 gingen die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft um 7,9 Prozent zurück. Der Konzernumsatz sank um 19,4 Prozent auf rund 7,7 Mrd. EUR. Hierzu trugen im Wesentlichen ein Rückgang der Verkaufspreise und eine niedrigere Gesamtabsatzmenge bei. Das Ebitda reduzierte sich folglich um 37,0 Prozent auf 835 Mio. EUR. Das Konzernergebnis belief sich auf 147 Mio. EUR. Der FOCF ging auf 136 Mio.EUR zurück. (jhn)