Dr. Stefan Eimeke ist Geschäftsführer von Ewikon, Frankenberg.

Dr. Stefan Eimeke ist Geschäftsführer von Ewikon, Frankenberg.

Dr. Stefan Eimeke: Unsere Heißkanalsysteme sind zu einem Großteil kundenspezifische Einzelfertigungen, die eine hohe Fertigungstiefe erfordern. Diese macht uns relativ unabhängig von externen Zulieferern. Die meisten Fertigungsverfahren können wir inhouse realisieren. Daher sind, bis auf wenige eher unbedeutende Ausnahmen, unsere Lieferketten auch während der Krise stabil geblieben. Natürlich ist die Krise aber auch an uns nicht spurlos vorübergegangen. Dabei stellen wir fest, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen in den verschiedenen Branchen unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Hier hilft uns unsere branchenübergreifende Ausrichtung, die ein breites Spektrum an Anwendungsbereichen abdeckt und es uns ermöglicht, Ausfälle bis zu einem gewissen Maß zu kompensieren.

 

 

Paul Edmondson ist Verkaufsleiter von Maguire Europe, Tamworth, Großbritannien.

Paul Edmondson ist Verkaufsleiter von Maguire Europe, Tamworth, Großbritannien.

Paul Edmondson: Insgesamt hat sich Maguire als äußerst belastbar erwiesen. Wir sind ein US-amerikanischer Hersteller mit einem starken Inlandsgeschäft, das sich vom Umsatz gut behauptet hat. Unsere Unternehmen in Europa, im Nahen Osten und in Asien haben sich angesichts der Herausforderungen ebenso gut geschlagen. Ein herausforderndes Merkmal der Corona-Krise war und ist die Verfügbarkeit von Produktionsarbeitskräften, die sich jetzt, da sich die Unterstützungspakete der US-Regierung ändern, selbst korrigieren. Trotzdem haben unsere Kunden keine Änderung unserer branchenführenden Lieferzeiten festgestellt, da wir eine einzigartige Lagerpolitik verfolgen, bei der an jedem unserer vier kontinentalen Lager- standorte ein hohes Maß an Standardprodukten aufrechterhalten wird.

 

 

Dr. Stefan Sommer ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg.

Dr. Stefan Sommer ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg.

Dr. Stefan Sommer: Wie bei jedem anderen Industrieunternehmen geht die Corona-Krise auch an uns nicht spurlos vorüber. Im Bereich der Lieferketten haben wir jedoch zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten gehabt. Aufgrund unserer hohen Fertigungstiefe am Standort konnten selbst krisenbedingte Ausfälle von Lieferanten durch ein Umstellen auf Eigenproduktion aufgefangen werden, sodass unsere Kunden keine Einbußen im Bereich unserer Liefertreue gespürt haben. Auch wir bemerken, insbesondere im Bereich Automotive, einen Rückgang im Auftragseingang. Die Kurzarbeit stellt hierbei einen wichtigen Baustein dar, um diese Schwankungen aufzufangen und Arbeitsplätze zu erhalten. Andere Branchen verzeichnen jedoch bei uns ein Plus. Aufgrund der Kurzfristigkeit der zu realisierenden Aufträge ist ein Forecast relativ schwierig, was eine enorme Flexibilität in der Fertigungsplanung und dem Controlling erfordert. Uns freut es jedoch, dass wir trotz Krise an unserem Personalstamm festhalten können und auch weiterhin im vollen Umfang ausbilden.