Marcus Wirthwein ist Vorstand Technik bei Wirthwein, Creglingen.

Marcus Wirthwein ist Vorstand Technik bei Wirthwein, Creglingen.

Marcus Wirthwein ist Vorstand Technik bei Wirthwein, Creglingen.

Trotz dieser Entwicklung ist es uns ein Anliegen, Rezyklate einzusetzen, wo es die Vorgaben unserer Kunden zulassen. Hierbei spielen Umweltaspekte eine ausschlaggebende Rolle. Die Entscheidung über den Einsatz von Neukunststoffen oder Recyclingmaterial sollte nicht allein über den Preis getroffen werden.

 

 

 

Klaus Geimer ist stellvertretender Geschäftsführer von Dr. Boy, Neustadt-Fernthal.

Klaus Geimer ist stellvertretender Geschäftsführer von Dr. Boy, Neustadt-Fernthal.

Klaus Geimer ist stellvertretender Geschäftsführer von Dr. Boy, Neustadt-Fernthal.

Wir gehen davon aus, dass der Bedarf an den doch noch riesigen Ölvorräten, ergänzt um die aus dem Fracking erweiterten Exporte aus Amerika, weiter sinken wird. Hierdurch werden die Rezyklate weiterhin keine rein wirtschaftlichen Chancen haben. Das sehen wir ebenfalls bei den vielen biobasierten Materialien, die wir bereits auf der letzten K-Messe vorgestellt haben. Zuletzt haben wir aufgearbeitete Wertstoffe aus den Weltmeeren erfolgreich verarbeitet. Diese sind aber ein Vielfaches teurer als die Neuware. Eine höhere Verwendung von Rezyklaten und Biomaterial wird daher nur durch einen staatlichen Eingriff oder Überzeugung der Verbraucher ermöglicht werden.

 

 

Gerhard Böhm ist Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg, Loßburg.

Gerhard Böhm ist Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg, Loßburg.

Gerhard Böhm ist Geschäftsführer Vertrieb bei Arburg, Loßburg.

Die Nachfrage nach Rezyklaten ist in der Krise drastisch zurückgegangen. Hier sollte die Regierung gegensteuern. Es braucht Anreize, damit sich das Thema Kreislaufwirtschaft für die Industrie, für die produzierenden Unternehmen und letztlich auch für den Verbraucher lohnt. Voraussetzung für eine funktionierende Circular Economy ist, aus werthaltigen Rezyklaten wertschaffende Produkte herstellen zu können. In vielen Fällen heißt das, dass Rezyklate für neue Produkte freigegeben werden. Nur dann lohnt es sich, den Kunststoff zu sammeln, neue Geschäftsmodelle zu erschließen, um damit auch in vielen Ländern weltweit Geld zu verdienen. Das funktioniert aber nur, wenn alle Player in der gesamten Prozesskette kooperieren – vom Werkstofflieferanten über den Werkzeugbauer und Spritzgießmaschinenhersteller bis hin zum Recycler. Die Rezyklate stellen das Spritzgießen zudem vor ganz neue Herausforderungen, da selbst hochwertiges, sortenreines PIR (Post-Industrial-Rezyklat) in seiner Qualität deutlich schwanken kann. Das Endprodukt muss sich also mit modernen Spritzgießmaschinen, die schwankende Qualitäten ausgleichen können, wirtschaftlich und in gleichbleibend hoher Qualität herstellen lassen.