Dr. Stefan Sommer ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg.

Dr. Stefan Sommer ist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg.

Dr. Stefan Sommerist Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung bei Günther Heisskanaltechnik, Frankenberg.

Bereits seit geraumer Zeit können wir einen Trend zu reinen Rezyklaten oder zu beigemischten, recycelten Kunststoffen feststellen. Unsere Heißkanalsysteme haben jedoch keinerlei Probleme, auch Rezyklate oder Compounds zu verarbeiten, sodass wir diesen Trend aufgrund der besseren Effizienz und nachhaltigen Umweltbilanz befürworten, sofern die Artikeleigenschaften es zulassen. Die Auswahl des Kunststoffes wird jedoch stets von den Anwendern getroffen.

 

Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian ist Institutsdirektor des FSKZ in Würzburg. (Bildquelle: FSKZ)

Prof. Dr.-Ing. Martin Bastian ist Institutsdirektor des FSKZ in Würzburg. (Bildquelle: FSKZ)

Prof. Dr.-Ing.Martin Bastian ist Institutsdirektor des FSKZ, Würzburg.

Wenn die Vorteile von Kunststoffrezyklaten ausschließlich an den Rohölpreisen gemessen werden, dann sind in Zeiten der Verfügbarkeit von billigem Öl viele innovative Ideen und verantwortungsvolle Handlungsansätze in der Recycling-Kunststofftechnik bedroht. Gerade beim Einsatz von Recyclingwaren in sensiblen Branchen wie Lebensmittel und Medizin ist weitere Forschung jedoch zwingend notwendig. Umweltverbände und Forschungseinrichtungen beziffern hohe ökologische Folgekosten, die jedoch in die Bilanz und die Kostenbetrachtung reiner B2B-Industrien bisher nicht einzugehen scheinen. Während sich der B2C-Markt seiner Verantwortung in Bezug auf Kunststoffverpackungen durch Initiativen wie „PlasticBank“ stellt, rechnet die kunststoffverarbeitende Industrie den soziopolitischen Druck bisher kaum in ihre Rohstoffbilanzen ein. Somit müssen Recyclingkunststoffe bei allen technischen und polymerchemischen Schwierigkeiten auch noch einen scharfen Preiskampf austragen. Die Lücken zwischen den Kosten für technisch hochwertiges Recycling, den ökologischen Folgekosten und den rein rohölbasierten Preisen für Neuware werden momentan durch zwei Ansätze verringert:
a) Kritische Verbraucher fordern die Hersteller auf, Recyclingmaterial zu verwenden. Somit wird ein bestimmter Anteil an wiederverwendetem Kunststoff zum Marketingaspekt. Und b) die Politik erarbeitet Gesetze für nachzuweisende Quoten wiederverwendeter Materialien. Solche Vorschläge sind Gegenstand parlamentarischer Diskussionen und werden auch von der öffentlichen Meinung gelenkt. Es ist anzunehmen, dass der steigende soziopolitische Druck und die daraus resultierende Gesetzgebung schon in wenigen Jahren die Diskussion über Kunststoffrecycling vom Rohölpreis entkoppelt. Eine solche Entwicklung wäre absolut wünschenswert.

Paul Edmondson ist Verkaufsleiter von Maguire Europe, Tamworth, Großbritannien.

Paul Edmondson ist Verkaufsleiter von Maguire Europe, Tamworth, Großbritannien.

Paul Edmondson ist Verkaufsleiter von Maguire Europe, Tamworth, Großbritannien.

Ich sehe aus all den oben genannten Gründen kein Zurück. Natürlich werden viele tertiäre Sektoren davon profitieren, keine recycelten Materialien zu verwenden, die möglicherweise teurer und schwieriger zu beschaffen sind. Da jedoch die großen Marken und Regierungen ihren Teil dazu beitragen, wird die Wirtschaftlichkeit der Verarbeitung ohne recycelte Materialien in bestimmten Sektoren unerschwinglich sein.