Der GMP Greifer wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut entwickelt. (Bildquelle: Gimatic)

Der GMP Greifer wurde in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut entwickelt. (Bildquelle: Gimatic)

Das Unternehmen hat sich vom reinen Komponentenlieferanten in den letzten Jahren zum Systemlieferanten entwickelt. Gimatic Vertrieb hat zudem inzwischen eine umfangreiche Kompetenz im Systembau für Greifersysteme für die zunehmende Automatisierung in Richtung Industrie 4.0 aufgebaut.

Für das Monitoring und Speichern aller relevanten Greifersystem-Daten wie Stücklisten, Zeichnungen etc. steht eine NFC-RFID Technologie bereit. Über die eigene Gimatic- oder auch Anwender-Cloud lassen sich so weltweit Produktionsdaten abrufen.

Vom Standard-Greifer bis zur Einzelindikation

Gimatic liefert schon lange für die Laborautomation spezifische Komponenten in größeren Stückzahlen. Ein schönes Beispiel ist eine Roboteranwendung aus Japan. Darin kommt ein GMP-Greifer zum Herstellen von Individualmedizin zur Krebsbehandlung zum Einsatz. Der Roboter selektiert aus einem Spektrum an Pharmazeutika die spezifische Indikation für einen Patienten. Anschließend wird er gereinigt und stellt eine andere Indikation zusammen.

Bis solch eine Entwicklung umgesetzt werden kann, vergeht Zeit und die Investition in die Entwicklung zahlt sich nicht sofort aus. Bei diesem GMP-Greifer haben zunächst Roboterhersteller nach einer Lösung gesucht, mit denen sich die individuelle Indikation pro Patient greifertechnisch umsetzen lässt. Gemeinsam wurde ein Greifersystem entwickelt, zur Serienreife gebracht und schließlich standardisiert.

Stellung des Greifers abfragen

Dieser Parallelgreifer mit elektropoliertem Edelstahlfinger wurde für die Entnahme von medizintechnischen Produkten aus einer Form von Otto Männer konzipiert. (Bildquelle: Gimatic)

Dieser Parallelgreifer mit elektropoliertem Edelstahlfinger wurde für die Entnahme von medizintechnischen Produkten aus einer Form von Otto Männer konzipiert. (Bildquelle: Gimatic)

Eine weitere Anwendung setzt das Unternehmen zusammen mit Otto Männer, das ebenfalls zur Barnes Group gehört, in den Greifern zur Entnahme von Kunststoffteilen aus Spritzgussformen mit Mehrkavitäten um. Solche Greifer entnehmen beispielsweise Inhalatoren, Drug delivery Solutions, Home Care, Hospital Produkte oder Pipetten-Racks.
Die Schwierigkeit hierbei ist oft die hohe Kavitätzahl. Durch sie erhöht sich das Gewicht des Greifers. Weil oft aber für diese Anwendungen nur kleine Roboter mit geringer Nutzlast eingesetzt werden, steht hier der Leichtbau im Fokus.
Solche Formen mit vielen Kavitäten verursachen einen ausladenden Bauraum. Deshalb muss die Position der Komponenten auf die Abstände der Nester in den verschiedenen thermischen Zuständen optimiert werden. Dazu ist ein enger Austausch mit dem Hersteller der Form erforderlich. Dabei werden auch die Schnittstellen und Störkonturen zwischen Robotergreifer und Spritzgussform von Beginn der Entwicklung an gemeinsam betrachtet.

Auch gibt es Anwendungen, in denen 16, 32 oder noch mehr Bauteile gleichzeitig entgenommen werden müssen. Jedes Formteil wird über eine Sensorik einzeln abgefragt und ab dem Zeitpunkt der Entnahme getrackt. Die Drucksensorik und Steuerungen kommen von der Schwesterfirma Priamus. Die Sensoren erkennen und selektieren Schlechtteile direkt im Werkzeug. Die Information wird an den Greifer weitergegeben, der die Schlechtteile dann aussortieren kann.
Zum Status der Komponenten kommt häufig der neue 3 Punktsensor Pross zum Einsatz. Über ihn lassen sich gleich drei Stellungen eines Greifers abfragen. Das erhöht die Abfrageoptionen bei gleichem Gewicht und Bauraum. (sf)