Zu den ergänzten Optionen zählen eine Trennebenen-Einrichtung für vertikales Einspritzen oder die Möglichkeit zur Automation mit einem Integralpicker V. (Bildquelle: Arburg)

Zu den ergänzten Optionen zählen eine Trennebenen-Einrichtung für vertikales Einspritzen oder die Möglichkeit zur Automation mit einem Integralpicker V. (Bildquelle: Arburg)

Der hydraulische Allrounder 270 S compact ist die erste Spritzgießmaschine von Arburg, Loßburg, die über das Portal ArburgXworld online konfiguriert und mit kurzen Lieferzeiten direkt bestellt werden kann. Erstmals präsentiert wurde diese auf der K 2019. Ab sofort kann die kompakte Maschine dank weiterer Optionen und Funktionalitäten noch modularer konfiguriert werden und ihr Einsatzspektrum erweitert sich dadurch deutlich.

Verglichen mit hydraulischen Standardmaschinen ist der Kauf dieses Modells mit rund 25 Prozent geringeren Investitionskosten verbunden. Die Kompaktmaschine eignet sich dank ihrer um rund 20 Prozent reduzierten Aufstellfläche besonders für diejenigen, deren Produktionsfläche limitiert ist oder die den Ersatz kleiner Maschinen planen.

Plus an Funktionen und Features

Die Maschine mit 350 kN Schließkraft und einer Spritzeinheit der Größe 100 ist jetzt mit einer Trennebenen-Einrichtung erhältlich. Durch Umstecken der Spritzeinheit kann damit auch vertikal in die Werkzeugtrennebene eingespritzt werden. Dies ermöglicht eine größere Auswahl an Werkzeugen und Verfahren. Um auch mit einem breiteren Materialspektrum arbeiten zu können, sind optional hochverschleißfeste Chromnitrid-beschichtete Zylindermodule erhältlich. Für automatisierte Anwendungen lässt sich der Allrounder 270 S compact mit einem Integralpicker V bestücken. Bereits ausgelieferte Maschinen können bei Bedarf mit einer Robot-Schnittstelle nachgerüstet werden.

Die Kompaktmaschine zeichnet sich durch eine minimale Aufstellfläche, einen in den Maschinenständer integrierten Schaltschrank und energiesparende Servohydraulik (ASH) aus. Die Selogica-Steuerung mit ihren vielfältigen Funktionen sorgt zuverlässig für Qualität – auch bei anspruchsvollen Zyklen. Die Bohrbilder der Aufspannplatten berücksichtigen alle gängigen Anforderungen an Werkzeugtechnik in dieser Größenklasse, wahlweise für Europa oder die USA. Um aktuelle Sicherheitsstandards einzuhalten, sind die Steckdosenkombinationen der Maschine standardmäßig mit einer FI-Absicherung ausgerüstet.

Die hydraulische Spritzgussmaschine ist im Online-Direktvertrieb erhältlich. Um in die digitale Arburg-Welt einzutreten, registriert sich der Interessent zunächst kostenlos im Portal ArburgXworld und aktiviert dort die App Configuration. Damit lassen sich standardisierte Maschinen­angebote individuell um definierte Optionen erweitern und zu festgelegten Konditionen bestellen – einfach, sicher und menügeführt.

Kompakt bei mehr Platz für Werkzeuge

Die neue vertikale Drehtischmaschine bietet mehr Platz für Werkzeuge und ist hinsichtlich Aufstellfläche, Gewicht und Ergonomie optimiert. (Bildquelle: Arburg)

Die neue vertikale Drehtischmaschine bietet mehr Platz für Werkzeuge und ist hinsichtlich Aufstellfläche, Gewicht und Ergonomie optimiert. (Bildquelle: Arburg)

Der Spritzgießmaschinenhersteller bietet auch ein breites Programm an vertikalen Allrounder der Baureihen V und T für manuelle und automatisierte Einlege- und Entnahmeaufgaben. Die Drehtischmaschinen können bis hin zur kompletten Turnkey-Anlage automatisiert werden. Das neue Modell 1300 T wurde auf Basis des bewährten Vorgängers 1200 T weiterentwickelt.

Wie beim großen Bruder der Größe 1600 T sind auch beim 1300 T viele Komponenten hinsichtlich Aufstellfläche, Gewicht und Ergonomie optimiert. Schließeinheit, Maschinen­ständer und Schaltschrank wurden dabei neu konzipiert. Im Vergleich zum Allrounder 1200 T zeichnet sich die neue Maschine um eine zehn Prozent geringere Aufstellfläche und Bau-/Hallen­höhe aus. Der Tischdurchmesser ist nun um 100 Millimeter größer, die ergonomische Tisch- und Arbeitshöhe mit 950 Millimetern rund fünf Prozent geringer.

Die Werkzeugaufspannfläche wurde um 15 Prozent vergrößert. Dies ermöglicht das Aufspannen von größeren Werkzeugen mit einem höheren Gewicht, sodass eine Werkzeughälfte um bis zu 100 Kilogramm schwerer sein kann. Dies entspricht einem Plus von 25 Prozent. Die überarbeitete Leitungsführung und die einfach zugänglichen Medienanschlüsse ermöglichen schnelles und einfaches Rüsten.

Der Allrounder 1300 T ist die erste Drehtischmaschine, die standardmäßig mit der Steuerung Selogica ND ausgestattet ist. Das macht das Bedienen besonders komfortabel. Wahlweise stehen Schließkräfte von 1.000 und 1.600 kN und Spritzeinheiten der Größen 70 bis 400 und 800 zur Verfügung.

Servoelektrische und automatisierbare Drehtischmaschinen

Das säulenfreie Drehtischkonzept macht Medienanschlüsse einfach zugänglich und bietet große Freiräume zum Aufspannen der Werkzeuge. (Bildquelle: Arburg)

Das säulenfreie Drehtischkonzept macht Medienanschlüsse einfach zugänglich und bietet große Freiräume zum Aufspannen der Werkzeuge. (Bildquelle: Arburg)

Die Drehtische werden generell servoelektrisch angetrieben und arbeiten damit besonders schnell und präzise. Für gleichzeitige Bewegungen zum ergonomischen Umspritzen von Einlegeteilen sorgt die Zwei-Kreis-PumpentechnikZum sicheren Bedienen verfügen die Allrounder T standardmäßig über ein Ergonomie-Paket, das unter anderem einen vertikal und horizontal kombinierten Lichtvorhang beinhaltet.

Neben der Baureihe T gehören dazu die Allrounder V mit Schließkräften von 125 bis 500 kN, deren vertikales Freiraum­system ungehinderten Zugang zum Werkzeug bietet. Die vertikalen Spritzgießmaschinen des Herstellers eignen sich sowohl für manuelle als auch automatisierte Einlege- und Entnahmeaufgaben. Sie können bis hin zur kompletten Turnkey-Anlage automatisiert werden. Die Robot-Systeme sind in die Steuerung der Fertigungszelle integriert. Den vertikalen Multilift V 15 gibt es beispielsweise mit einem an die Drehtischmaschine angepass­ten Aufbau, der kompakt in deren Aufstellfläche integriert ist.

Wie alle Allrounder sind auch die Vertikalmaschinen modular aufgebaut und ermöglichen verschiedene Kombinationen von Schließkraft und Spritzeinheit. Hinzu kommen anforderungs­spezifische Ausstattungen, etwa zur Mehrkomponenten-, Duroplast- oder Silikonverarbeitung.

Hochwertige Schutzausrüstung

In den vergangenen Monaten hat Arburg mehrere konkrete Projekte zum Eindämmen der Corona-Pandemie angestoßen und umgesetzt. So produzieren seit dem Frühjahr vier Spritzgießmaschinen und Turnkey-Anlagen am Stammsitz in Loßburg hochwertige Schutzbrillen und multifunktionale LSR-Masken. Die Schutzausrüstung wurde an Mitarbeitende sowie an Pflegekräfte in karitativen und medizinischen Einrichtungen in der Region verteilt. Die beiden anspruchsvollen Anwendungen zeigen auch, wie das originäre Unternehmens Know-how in Sachen Automation und Digitalisierung zum Steigern der Produktionseffizienz beitragen kann.

Aus einem Messe-Demonstrator wurde eine Schutzbrille. Gefertigt werden die Brillen auf einer Turnkey-Anlage rund um einen elektrischen Allrounder 570 A. (Bildquelle: Arburg)

Aus einem Messe-Demonstrator wurde eine Schutzbrille. Gefertigt werden die Brillen auf einer Turnkey-Anlage rund um einen elektrischen Allrounder 570 A. (Bildquelle: Arburg)

Das Projekt „Schutzbrille“ realisierte Arburg gemeinsam mit dem Schweizer Spezialchemiekonzern Ems-Chemie und dem deutschen Schutz- und Sicherheitsbrillen-Hersteller Uvex. Dabei wurde auf den Erfahrungen der K-Messe aufgebaut, denn dort wurde das vollautomatisierte Herstellen von Sonnenbrillen als Messe-Demonstrator präsentiert. Dank erstklassiger und unbürokratischer Abstimmung zwischen den Beteiligten konnten aus den Sonnenbrillen schnell, mit dem gleichen Werkzeug und somit gleichen Design Schutzbrillen hergestellt werden. Ems stimmte dem Einsatz des Werkzeugs zu und Uvex machte die Brillen durch eine Schnellzertifizierung für die neue Verwendung nutzbar. Die Brillen entstehen auf einem elektrischen Allrounder 570 A mit Gestica-Steuerung in einer Zykluszeit von rund 50 Sekunden. Handhabung und Ablage erfolgen mit einem Sechs-Achs-Roboter.

Vom Prototyp bis zur zertifizierten Hightech-Maske

Die hochwertigen und nachhaltigen Masken aus flexiblem LSR und PP hat der Maschinenbauer selbst entwickelt und erste Prototypen davon mit seinen Freeformern additiv gefertigt. Die flexiblen multifunktionalen Masken bestehen aus einer weichen LSR-Maske, die über Nase und Mund gestülpt wird, und einem Halter aus PP mit Ösen, um elastische Bänder zu befestigen. Zur Infektionsvermeidung im Alltag wird die Maskenöffnung mit einer Abdeckung verschlossen, sodass die Atemluft nach unten abgeleitet wird. Um den Träger selbst zuverlässig vor dem Corona-Virus zu schützen, kann ein Einwegfilter auf die Öffnung gesteckt werden. Dieses Projekt wurde gemeinsam mit 13 Partnern umgesetzt.

Mit dem Masken- wie auch dem Schutzbrillen-Projekt möchte das Unternehmen kein Geld verdienen; sie werden daher auch nicht einzeln an Endkunden verkauft. Das Ziel ist vielmehr, mit dem Know-how und Maschinenpark Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen mit Schutzausrüstung in der Corona-Krise zu unterstützen.