Ensinger betreibt in Cham nun eine Anlage zum Herstellen von Prepregs. (Bildquelle: Ensinger)

Ensinger betreibt in Cham nun eine Anlage zum Herstellen von Prepregs. (Bildquelle: Ensinger)

Endlosfaserverstärkungen, zum Beispiel aus Kohlefaser, ermöglichen eine hohe Steifigkeit und Festigkeit bei extrem niedrigem Gewicht. Die thermoplastische Matrix bietet viele Vorteile gegenüber herkömmlichen duroplastischen (Epoxid-)Matrizen, darunter hohe Schlagzähigkeit, chemische Beständigkeit und Temperaturbeständigkeit. Ein weiterer Vorteil der thermoplastischen Matrix liegt in der Warmumformfähigkeit der Halbzeuge und den daraus resultierenden kürzeren Prozesszeiten im Vergleich zu duroplastischen Faserverbundwerkstoffen. Durch die Auswahl eines passenden Matrixmaterials kann ein breites Anforderungsspektrum abgedeckt werden. Zudem können Thermoplaste im Gegensatz zu Duroplasten recycelt werden, sei es in Form von Bauteilrecycling oder durch die Weiterverwendung von Produktionsabfällen.

Breites Prepreg-Spektrum

Zu den Composites-Materialien, die auf der neuen Anlage in Cham herstellt werden, gehören thermoplastische Semipreg-Materialien (Tecatec CP). Diese textilen Halbzeuge aus Kohlenstoff- oder Glasfasergewebe werden mit thermoplastischen Matrixwerkstoffen beschichtet. Das Materialspektrum reicht hier von technischen Polymeren wie Polycarbonat und Polyamiden bis hin zu Hochleistungskunststoffen wie PEI, PEEK und PEKK.

Ebenfalls neu im Portfolio sind thermoplastische Prepreg-Materialien (Tecatec IP). Dabei handelt es sich um vollständig imprägnierte und konsolidierte einschichtige Platten aus Kohlenstoff- oder Glasfasergewebe. Auch bei diesen Prepregs steht die komplette Palette der Matrixpolymere zu Verfügung. Auf Anfrage stehen weitere Matrix- und Faserkombinationen, Faserarchitekturen oder Matrixmaterialien zur Verfügung. Laut Hersteller können alle Semipreg- und Prepreg-Produkte zu Organoblechen, thermoplastischen Composites Teilen oder Halbzeugen weiterverarbeitet werden.

Thermoplastische Organobleche sind mehrlagige, vollständig imprägnierte und konsolidierte Faserverbundwerkstoffe, die aus Kohlenstoff- oder Glasfasergeweben und vielfältigen Matrixmaterialien hergestellt werden. Die Organobleche (Tecatec OS) bestehen aus mehreren Lagen Prepreg- oder Semipreg-Material, die nach Vorgabe gestapelt und dann zu einem Zuschnitt mit einer Dicke von bis zu 5 mm gepresst werden. Die auf Spulen oder als Platten angebotenen Organobleche können für thermogeformte Teile oder für das einfache Herstellen dickerer Teile verwendet werden.

Für Anwendungen, bei denen unverstärkte oder kurzfaserverstärkte Kunststoffhalbzeuge an ihre Grenzen kommen, sind thermoplastische Verbundwerkstoff-Platten eine gute Alternative. Als Standard bietet der Halbzeughersteller kohlefaserverstärktes PEEK für medizinale Anwendungen, glasfaserverstärktes PEI sowie kohlefaserverstärktes PC und PPS an. Andere Material- und Faserkombinationen, Gewebearten oder individuelle Lagenaufbauten werden auf Anfrage gefertigt. (sf)