Vor der Reinigung: Kunststoffreste in Heißkanalsystemen müssen regelmäßig entfernt werden.

Vor der Reinigung: Kunststoffreste in Heißkanalsystemen müssen regelmäßig entfernt werden.

Nach der Reinigung: Rund vier bis acht Stunden dauert die Reinigung eines Heißkanalsystems in einer großen Pyrolyse-Anlage. (Bildquelle: alle Schwing Technologies)

Nach der Reinigung: Rund vier bis acht Stunden dauert die Reinigung eines Heißkanalsystems in einer großen Pyrolyse-Anlage. (Bildquelle: alle Schwing Technologies)

Im Automobilbau werden Stahlkonstruktionen immer häufiger durch erheblich leichtere, aber gleichermaßen belastbare Kunststoffkomponenten ersetzt. Bei der Herstellung solcher Kunststoffbauteile kommen Extrusions- und Spritzgießverfahren zum Einsatz, deren Spritzgießdüsen, Nadelverschlussdüsen oder Schmelzeleitungen (Heißkanäle) anschließend durch den teils glasfaserversetzten Kunststoff verklebt und verstopft sind. Sie müssen regelmäßig rückstandsfrei gereinigt werden.

Für diesen Reinigungsbedarf bietet Schwing Technologies, Neukirchen-Vluyn, anstelle von Reinigungsgranulat oder anderen mechanischen Verfahren thermische Reinigungssysteme in verschiedenen Größen und Verfahren. In diesen lassen sich sowohl kleine Düsen als auch große Heißkanäle mit komplizierten Geometrien rückstandsfrei und energieeffizient von den anhaftenden Kunststoffen befreien – dies gilt auch für die innenliegenden Kanäle. „Wenn es um Umweltauflagen geht, dann punktet unsere thermische Reinigungstechnologie gegenüber allen anderen Reinigungsoptionen“, unterstreicht Virgilio Perez Guembe, Vertriebsleiter von Schwing. Kunststoffentfernung mit Schweißbrennern, Flammen oder Druckluft, seien nicht nur umweltschädlich, sondern könnten die empfindlichen und teuren Werkzeuge und Maschinenteile auch irreversibel beschädigen. Das Unternehmen verkauft seine Green-Cleaning-Technologie weltweit und hält am niederrheinischen Standort in Neukirchen-Vluyn einen 24/7-Reinigungs- und Lieferservice bereit.

Thermische Reinigung von Heißkanalkomponenten

Dass Reinigungs-Technologie und -Service auch in Kombination gefragt sind, zeigt das Beispiel des Heißkanalherstellers Meusburger Deutschland, Viernheim. Das Unternehmen produziert unter anderem für die Automobilzulieferindustrie und ist Spezialist für die Entwicklung und Konstruktion von Heißkanalprodukten. Bei der Reinigung seiner Heißkanalsysteme setzt das Unternehmen auf die emissionsarme Technologie von Schwing, denn „die Umweltauflagen werden auch in der kunststoffverarbeitenden Industrie immer wichtiger und strenger“, wie Wolfgang Homes, Bereichsleiter Anwendungstechnik und Service Heißkanal bei Meusburger, erklärt. Nachhaltigkeit und der Schutz der Umwelt spielten auch in seinem Unternehmen eine wichtige Rolle „Dafür geben wir mehr, als geltende Gesetze und Auflagen verlangen“, betont er.

Kleinere Heißkanalkomponenten und -düsen reinigt Meusburger am Firmensitz in Viernheim und hat zu diesem Zweck vor mehr als 15 Jahren das Wirbelschichtsystem Innovaclean von Schwing erworben. Steht die Reinigung großer Heißkanalsysteme an, lässt das Unternehmen diese in das rund drei Stunden Fahrzeit entfernte Neukirchen-Vluyn transportieren. Hier stehen mehrere große Pyrolyse-Anlagen (Maxiclean) für die Kunststoffentfernung zur Verfügung. Nach vier bis acht Stunden sind die Heißkanalsysteme innerhalb eines Arbeitsgangs rückstandslos sauber und bereit für den Rücktransport. Homes: „Für uns ist diese Kombination aus eigener Anlage und der zusätzlichen Nutzung des externen Reinigungsservices von Schwing auch ökonomisch die attraktivste Variante.“ Kommen u.a. Füll- und Verstärkungsstoffe, Additive oder Farbpigmente ins Spiel, so garantiert die thermische Reinigung zudem rückstandsfreie Ergebnisse. Somit werden die ersten Voraussetzungen für einen stabilen Prozess nach der erneuten Instandsetzung des Heißkanalsystems gelegt.