"Die Maschinenbauer halten auch in der Corona-Krise an der beruflichen Ausbildung fest", so Dr. Jörg Friedrich, Abteilungsleiter VDMA Bildung, Geschäftsführer VDMA Landesverband Mitte. (Bildquelle: VDMA)

„Die Maschinenbauer halten auch in der Corona-Krise an der beruflichen Ausbildung fest“, so Dr. Jörg Friedrich, Abteilungsleiter VDMA Bildung, Geschäftsführer VDMA Landesverband Mitte. (Bildquelle: VDMA)

Im laufenden Jahr haben die Unternehmen rund 85 Prozent ihrer ausgelernten Azubis übernommen, wie eine aktuelle Mitgliederbefragung des VDMA unter 366 Mitgliedsfirmen belegt. Dieser Durchschnittswert ist höher als in der Gesamtwirtschaft vor der Pandemie: 2018 lag dieser Wert bei 71 Prozent. „Der Maschinen- und Anlagenbau sendet damit ein starkes Signal an den Nachwuchs: Wir halten auch während der Corona-Krise an der beruflichen Ausbildung fest”, sagt Dr. Jörg Friedrich, Leiter der Abteilung Bildung im VDMA. Damit die Jugendlichen weiterhin ihren Weg in den Maschinenbau finden, hat der Verband sein Nachwuchsportal Talentmaschine.de neu aufgestellt.

Mit der Talentmaschine will der VDMA den Nachwuchs beim Thema Berufsinformation und beim Vermitteln von Ausbildungsplätzen unterstützen. Hier finden Jugendliche alles Wissenswerte über die wichtigsten Ausbildungsberufe und Studienmöglichkeiten im Maschinen- und Anlagenbau. Sie können sich auf der Plattform auch direkt auf offene Ausbildungsplätze bewerben.

Eine flankierende Influencer-Kampagne soll helfen, das Portal bei den technikinteressierten Jugendlichen bekannt zu machen. Die Technik-YouTuber The Real Life Guys (1,2 Mio. YouTube-Abonnenten) reagieren dabei auf kreative Azubi-Projekte von VDMA Mitgliedsunternehmen – Die Real Life Guys Challenge mit bisher mehr als 300.000 Aufrufen.

Jungen Menschen Orientierung geben

Für junge Leute birgt die Pandemie einige Unsicherheiten. Der Schulbetrieb funktioniert nicht wie herkömmlich, Unterricht fällt aus, immer wieder landen ganze Schulklassen in Quarantäne und die virtuelle Lehre funktioniert nur mit engagierten Lehrkräften. Darunter leidet auch die für die Jugendlichen wichtige Vorbereitung auf die Berufswahl.

Darüber hinaus finden Praktika in Unternehmen kaum noch oder nur unter erschwerten Bedingungen statt, Karrieremessen fallen reihenweise aus. Zudem häufen sich in der Presse die Meldungen, die Ausbildung gerate durch Corona unter Druck. „Vor dieser Gemengelage ist es kein Wunder, dass die jungen Leute verunsichert sind“, erläutert Friedrich, „wir hoffen, dass wir mit unserer Talentmaschine helfen, Jugendlichen mehr Orientierung zu schaffen und unseren Unternehmen zu unterstützen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen.“ Schließlich seien der Bundesagentur für Arbeit in den maschinebaurelevanten Berufen im Juli noch rund 15.000 mehr offene Ausbildungsplätze gemeldet worden als unversorgte Bewerber. (sf)