Myo Plus, die Prothese, die vom Menschen lernt. (Bildquelle: Ottobock)

Myo Plus, die Prothese, die vom Menschen lernt. (Bildquelle: Ottobock)

Die sogenannte Mustererkennung misst mittels acht Elektroden Bewegungsmuster der Muskeln im Unterarmstumpf und ordnet diese bestimmten Handbewegungen und -griffen zu. Greifen Patientinnen und Patienten nach einer Flasche Wasser, erkennt die Myo Plus Prothesensteuerung das zugehörige Bewegungsmuster und gibt der Prothese den Befehl, den jeweiligen Griff oder die Rotation auszuführen. Das geschieht automatisch. Ottobock versorgt seit 2019 Anwenderinnen und Anwender mit der Myo Plus Mustererkennung.

Handprothese ist alltagsfähig

Die Bundesministerin hatte die Gelegenheit, die Prothesensteuerung auszuprobieren. Der Ottobock Mitarbeiter und ehemalige Para-Athlet Patrick Mayrhofer erklärte ihr, wie sie mit den eigenen Muskelbewegungen ihres Unterarms eine bionische Handprothese bewegen kann. Außerdem sprachen die beiden über das alltägliche Leben mit einer Handprothese und wie seine beiden Kinder mit der Prothese umgehen.

Mayrhofer erlitt 2008 einen Stromunfall und entschied sich, seine linke funktionslose Hand amputieren zu lassen. Er bekam die weltweit erste bionische Handprothese namens ‚Michelangelo‘ von Prof. Aszmann angepasst.

Bundesministerin Dr. Schramböck betonte: „Die Förderung von langfristig angelegten Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft leistet einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zum internationalen Innovation Leader und stärkt den Wirtschaftsstandort Österreich.“

Die Preisträger des ersten CDG-Preises Prof. Dr. Oskar Aszmann (r.) und Dr. Andreas Goppel. (Bildquelle: Ottobock)

Die Preisträger des ersten CDG-Preises Prof. Dr. Oskar Aszmann (r.) und Dr. Andreas Goppel. (Bildquelle: Ottobock)

Ottobock CTO Dr. Andreas Goppelt bedankte sich für die Würdigung: „Ich bedanke mich bei der CDG, die seit 25 Jahren in Österreich einen so bedeutenden Beitrag für Wissenschaft und Innovation leistet. Daher freuen wir uns umso mehr, dass unser langjähriger Partner an der MedUni Wien, Prof. Aszmann, gemeinsam mit Ottobock den CDG-Preis für Forschung und Innovation verliehen bekommt! Grundlagenforschung ist für ein innovatives Unternehmen wie Ottobock sehr wichtig, denn erst die Kenntnis über zugrundeliegende biologische Mechanismen ermöglicht die Entwicklung neuer Konzepte und Produkte, wie die Mustererkennung oder die Targeted Muscle Reinnervation (TMR) für Armprothesen. Besonders das CD-Labor ist eng verknüpft mit Ottobock Wien. Es bietet eine ideale Möglichkeit, neue Ansätze zu verfolgen, die ohne Förderung ein zu hohes wirtschaftliches Risiko darstellen würden.“

Entwicklung geht weiter

Ebenfalls gratuliert der CEO von Ottobock Philipp Schulte-Noelle: „Herzlichen Glückwunsch zum 25-jährigen Bestehen! Ich bedanke mich sehr für den CDG-Preis für Forschung und Innovation. Die langjährige Zusammenarbeit mit der CDG zeigt, wie akademische Exzellenz und die Industrie erfolgreich zum Wohle mobilitätseingeschränkter Menschen forscht und Anwenderinnen und Anwendern die Chance gibt, ihre Bewegungsfreiheit zu erhalten oder zurück zu erlangen. Dies ist fest in unserer DNA und Zukunftsstrategie verankert und wird gemeinsam mit der CDG fortgesetzt.“ (sf)