Die Elektrosynthese biogener Rohstoffe soll untersucht werden. (Bildquelle: Alonso Aguilar - stock.adobe.com)

Die Elektrosynthese biogener Rohstoffe soll untersucht werden. (Bildquelle: Alonso Aguilar – stock.adobe.com)

Biomasse stellt für die industrielle Erzeugung von Stoffen und Produkten kurz- und mittelfristig die einzige erneuerbare Kohlenstoffquelle dar, die eine große Vielfalt an Kohlenstoff-Kohlenstoff-Bindungen und damit die erforderliche Bandbreite materieller Eigenschaften mitbringt. Bei dem als Alternative diskutierten CO2 müssten diese Bindungen erst unter hohem Energieeinsatz erzeugt werden. Biomasse ist deshalb der zentrale Rohstoff für die von der Bundesregierung angestrebte post-fossile Wirtschaftsweise, die Bioökonomie.

Für die Umwandlung der Biomasse weist die strombasierte, elektrochemische Konversion (Elektrosynthese) grundsätzlich interessante Potenziale auf. Vorteile von elektochemischen Oxidations- oder Reduktionsmitteln gegenüber klassischen chemischen sind unter anderem milde und gut kontrollierbare Reaktionen mit hoher Selektivität. Zudem kann die stoffliche Nutzung von erneuerbarem Überschussstrom helfen, die fluktuierenden Energiequellen Wind und Sonne auszugleichen. Noch aber ist das Herstellen biobasierter Produkte mittels Elektrolyse und anderer elektrochemischer Verfahren erst wenig erforscht.

Förderaufruf

Das BMEL hat deshalb den Förderaufruf „Neue Wege der Strom-basierten Konversion von biogenen Rohstoffen und der elektrochemischen Herstellung von biobasierten Produkten (Elektrosynthese)“ veröffentlicht. Gefragt sind Projektideen zu innovativen Verfahren oder Weiterentwicklungen von Prozessen der Elektrosynthese, mit dem Ziel, chemische Zwischen- und Endprodukte wie Polymermonomere, Feinchemikalien, Werkstoffe, Komposite und Materialien aus Biomasse herzustellen. Dafür können alle Arten von Biomasse inklusive biogener Rest- und Abfallstoffe zum Einsatz kommen. Die Projekte sollten zudem auch eine Aufskalierung der Verfahren erlauben. Projektskizzen können bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe bis zum 18. Januar 2021 eingereicht werden. (sf)