Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, präsentiert die branchenspezifischen Zahlen des Maschinen- und Anlagenbaus zum dualen Studium. (Bildquelle: VDMA)

Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, präsentiert die branchenspezifischen Zahlen des Maschinen- und Anlagenbaus zum dualen Studium. (Bildquelle: VDMA)

„Das duale Studium ist ein deutsches Erfolgsmodell und wichtiges Instrument zur Ausbildung unseres Ingenieurnachwuchses“, kommentiert Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer, die Ergebnisse der Studie. Gerade in den Ingenieurwissenschaften sei diese Form der Kooperation von Hochschulen und Unternehmen eine sehr gute Möglichkeit, Nachwuchskräfte praxisnah auszubilden und an das Unternehmen zu binden. „Für junge Menschen bietet die enge Verzahnung von Theorie und Praxis bei attraktiver Vergütung ausgezeichnete Zukunftsperspektiven. So gelingt der Berufseinstieg schon zu Beginn des Studiums. Auch Unternehmen profitieren, indem sie hochmotivierte Nachwuchskräfte gewinnen, die sie optimal auf die beruflichen Herausforderungen vorbereiten können,“ erläutert Rauen.

Nachwuchskräften binden

Nahezu jedes der befragten Unternehmen sieht das duale Studium als ein gutes Instrument, um Nachwuchskräfte zu binden. Die Ergebnisse zeigen, dass dual Studierende mit überwiegender Mehrheit im ausbildenden Unternehmen verbleiben. Dies trifft sowohl auf die unmittelbare Übernahme nach Studienabschluss zu, als auch auf eine mittelfristige Zeitspanne von drei bis fünf Jahren: 77 Prozent der Unternehmen halten alle Studierenden direkt nach Studienabschluss; 23 Prozent mindestens einen Teil. Nach 3 bis 5 Jahren geben 57 Prozent der Unternehmen an, alle dualen Absolventinnen und Absolventen zu halten; 39 Prozent beschäftigen diese mindestens noch in Teilen.

Insgesamt sind die Unternehmen zufrieden mit der inhaltlichen und organisatorischen Abstimmung mit den Hochschulen. Verbesserungspotenzial sehen sie in dem Austausch und dem Vernetzen mit den Lehrenden. Bestehende Formate zum Austausch im dualen Studium sollten noch intensiver genutzt und durch weitere Maßnahmen wie etwa themenspezifische Workshops, Erfahrungsaustausch-Veranstaltungen oder informelle Treffen ergänzt werden.

Kleine und mittlere Unternehmen verstärkt einbeziehen

Die Mehrheit der befragten Unternehmen – durchschnittlich 62 Prozent – bietet ein duales Studium an. Große Unternehmen sind hierbei überdurchschnittlich häufig mit rund 89 Prozent vertreten, kleine und mittlere Unternehmen mit rund 45 Prozent. Das oft unübersichtliche Studienangebot und der organisatorische und personelle Aufwand stelle kleine und mittlere Unternehmen häufig vor besondere Herausforderungen. „Gerade Mittelständler müssen dabei unterstützt werden, weitere duale Studienplätze anzubieten. Studierende finden hier attraktive Ausbildungs- und Arbeitsumgebungen,“ sagt der stellvertretende VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Qualität weiter ausbauen

„Die Qualität des dualen Studiums muss stimmen“, betont Rauen abschließend. Dies erhöhe die Attraktivität und stelle sicher, dass junge Menschen direkt nach dem Abschluss des Studiums eine anspruchsvolle berufliche Tätigkeit übernehmen können. In der aktuellen politischen Debatte um den künftigen regulativen Rahmen praxisintegrierender Studiengänge sei daher besonders wichtig, Unternehmen und Hochschulen als relevante Akteure frühzeitig mit einzubeziehen. (sf)