Viele Wertstoffe enden in der Restmülltonne, obwohl sie dort nicht hingehören. (Bildquelle: Bundesumweltamt)

Viele Wertstoffe enden in der Restmülltonne, obwohl sie dort nicht hingehören. (Bildquelle: Bundesumweltamt)

Insgesamt fielen im Jahr 2018 in Deutschland 128 kg Restmüll pro Einwohner und Jahr an. Das ist ein Rückgang von rund 46 % im Vergleich zu 1985 (239 kg Restmüll pro Einwohner und Jahr). Altpapier, Altglas, Metalle und Kunststoffe landen deutlich seltener in der Restmülltonne als damals, hier sind Rückgänge von bis zu 80 % zu verzeichnen.

Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth: „Die Umweltpolitik hat in den vergangenen Jahrzehnten bei der Abfallverwertung einiges bewegt, aber wir sind noch längst nicht am Ende dieses langen Weges. Es gibt noch viel zu tun. Immer noch landen wertvolle Rohstoffe in der Restmülltonne. Um das zu ändern, muss das Trennen noch leichter werden. Unser Ziel ist eine echte Kreislaufwirtschaft, in der kaum noch Restmüll anfällt und die Rohstoffe wiederverwendet werden.“

Zuviel Bioabfall im Restmüll

Ein Drittel aller Bioabfälle werden noch immer über den Hausmüll entsorgt. Mit rund 39 % besteht der größte Teil des Restmülltonneninhalts aus Bioabfällen. Dazu gehören Küchen- und Nahrungsabfälle, Gartenabfälle, sonstige organische Abfälle wie Kleintierstreu aus Stroh/Heu sowie gefüllte oder teilentleerte Lebensmittelverpackungen. Die wichtigsten Bioabfälle in Hinblick auf eine Verwertung sind die Nahrungs-, Küchen- und Gartenabfälle mit einer jährlichen Menge von rund 3 Mio. Tonnen.

Die sogenannten trockenen Wertstoffe haben einen Anteil von rund 27 %. Dazu zählen zum Beispiel Altpapier, Altglas, Kunststoffe, Alttextilien, Holz, Kork und Elektroaltgeräte. Nur 32 % dessen, was tatsächlich in der Restmülltonne landet, gehört auch in die Restmülltonne. Dazu zählen Hygieneprodukte, sonstige Abfälle wie Staubsaugerbeutel und Feinmüll wie Kehricht und Asche. Problemabfälle kommen zu einem geringen Anteil von rund 0,5 % vor. Dies sind schadstoffhaltige Abfälle wie Lösemittel, Energiesparlampen, belastete Bauabfälle sowie Altbatterien und -akkus. Letztere kommen in über 60 % der analysierten Abfallstichproben vor, obwohl sie verpflichtend getrennt gesammelt werden müssen.

UBA-Präsident Dirk Messner: „Es fällt noch immer zu viel Restmüll an. Die Abfallvermeidung hat die höchste Priorität in der Abfallhierarchie. Mehr Mehrweg statt Einweg und klare Vorgaben für Einwegprodukte und -verpackungen, wie sie in der Einwegkunststoffrichtlinie vorgelegt werden, sind hier ein richtiger Weg. Bioabfall ist für die Restmülltonne viel zu kostbar, denn er lässt sich vollständig recyceln und liefert den Grundstoff für Kompost und Biogas.“ (sf)