Harald Beschid (COO), Dr. Doris Hafenbradl (CTO) und Birgit Lewandowski (Director Development) von Electrochaea freuen sich über die Investition des EIC. (Bildquelle: Electrochaea)

Harald Beschid (COO), Dr. Doris Hafenbradl (CTO) und Birgit Lewandowski (Director Development) von Electrochaea freuen sich über die Investition des EIC. (Bildquelle: Electrochaea)

Das Start-up hat sich auf biologische Methanisierung spezialisiert. Dabei wandeln Mikroorganismen in Bioreaktoren CO2 und Wasserstoff in Biomethan um. Für diesen Prozess kommt Strom aus erneuerbaren Energien zum Einsatz, der so kostengünstig und langfristig als „Grünes Gas“ gespeichert werden kann.

„Wir sind stolz darauf, zu den wenigen ausgewählten Fördernehmern des EIC zu gehören. Für uns ist mit dieser Förderzusage aber auch eine entscheidende, strategische Aussage  verknüpft“, erklärt Dr. Doris Hafenbradl, CTO von Electrochaea. „In seiner Begründung  bestätigt der Europäische Innovationsrat erstmals und in aller Deutlichkeit, dass Europa  nachhaltige Speicherlösungen für erneuerbare Energien braucht und Grünes Gas für eine  nachhaltige, zuverlässige und flächendeckende Energieversorgung unabdingbar ist.“

Green Deal voranbringen

Insgesamt bewarben sich mehr als 2.000 europäische Unternehmen im Rahmen des  Pilotprogramms „EIC Accelerator“. Electrochaea zählt zu den 64 ausgewählten Start-ups und  mittelständischen Unternehmen, die mit ihren Projekten überzeugen konnten. Das EIC Accelerator‐Programm ist Teil des EU‐Forschungs‐ und Innovationsprogramms „Horizon2020“.  Es richtet sich an Existenzgründer und KMUs, die sich um Zuschüsse oder Mischfinanzierungen aus Zuschüssen und Eigenkapitalhilfen bewerben können. Seit diesem Jahr stehen rund 300 Mio. EUR für Einreichungen zur Verfügung, die den Green Deal voranbringen. Electrochaea erfüllt diese Vorgabe gleich dreifach: Neben der Langzeitspeicherung von erneuerbarer Energie
und der Produktion von Biomethan, trägt die biologische Methanisierung auch zur Reduktion des CO2‐Fußabdrucks bei, da sie von verschiedenen industriellen Quellen emittiertes  CO2 nutzt. Die EU‐Gelder kommen für den sogenannten Scale‐up zum Einsatz, die Übertragung der Technologie aus den bisherigen Pilotanlagen auf Anlagen im kommerziellen Maßstab.

Mit der  Kapitalbeteiligung wird das Unternehmen eine voll funktionsfähige 10 bis 20 MW‐Anlage  realisieren. Nicht zuletzt profitiert so auch der Kunde: Durch die Skalierung und den Bau einer  Beispielanlage wird das Risiko für kommerzielle Projekte minimiert, und Electrochaea kann  zuverlässige und hocheffiziente Standardanlagen anbieten. „Die zusätzlichen finanziellen  Mittel werden uns dabei helfen, das Potenzial der biologischen Methanisierung nun noch  schneller im kommerziellen Maßstab anzuwenden“, so Hafenbradl. „Der Europäische  Innovationsrat würdigt ausdrücklich Expertise, Diversität und Motivation unseres Teams als  wichtige Faktoren unserer Erfolgsgeschichte im Realisieren von industriellen Pilotanlagen und  der Bildung strategischer Partnerschaften mit Schlüsselakteuren.“