Symbolische Schlüsselübergabe von Kurtz Ersa CEO, Rainer Kurtz und IZW Geschäftsführer Ralf Reich. (Bildquelle: Kurtz Ersa)

Symbolische Schlüsselübergabe von Kurtz Ersa CEO, Rainer Kurtz und IZW Geschäftsführer Ralf Reich. (Bildquelle: Kurtz Ersa)

Reich ist seit vielen Jahren in der Zerspanungstechnik aktiv, war bereits seit Längerem als sogenannte verlängerte Werkbank für Kurtz Ersa tätig und verfügt über ein sehr gutes Netzwerk in der Industrie. Mit der Übernahme der mechanischen Fertigung in Wiebelbach ergibt sich für sein bisheriges Unternehmen mit Sitz in Wetzlar die Möglichkeit, zu expandieren. Umfangreichere Aufträge können in Wiebelbach, dem neuen Hauptstandort seines Unternehmens, bearbeitet werden. Insbesondere die Möglichkeit zur Übernahme der hochqualifizierten Mitarbeiter war für Reich ausschlaggebend.

Mit Blick auf den vorhandenen Maschinenpark, das Know-how der Mitarbeiter und die Zusagen, einen Großteil der heutigen Eigenfertigungsteile weiter für Kurtz Ersa vor Ort fertigen zu können, sehen beide Seiten große Chancen, das Contract-Manufacturing-Geschäft langfristig auszubauen. Nicht zuletzt, weil IZW-Geschäftsführer Reich eigene Aufträge für die Lohnfertigung mitbringt. Uwe Rothaug, Geschäftsführer Kurtz, sagt dazu: „Wir freuen uns, mit Ralf Reich einen Käufer gefunden zu haben, der den Geschäftsbetrieb in Wiebelbach auslasten, weiter ausbauen und seine hohe Fachkompetenz in die mechanische Bearbeitung einbringen wird.“

Flexibilität bleibt erhalten

Für Kurtz bringt die Veräußerung ebenfalls wichtige Vorteile: Das Leistungsspektrum der mechanischen Fertigung, das beim Schweißen beginnt und über die mechanische Bearbeitung bis zum Oberflächenfinish reicht, bleibt für die Kunden von Kurtz weiter verfügbar und wird durch die IZW sogar erweitert. Die im Geschäftsumfeld unerlässliche Flexibilität vor Ort ist also weiter gegeben.

Insgesamt verfolgt Kurtz Ersa mit diesem Schritt konsequent die eingeschlagene Strategie in Richtung Engineering. Das ehemalige Geschäftsfeld „Metal Components“, bestehend aus mehreren Gießereien, einer Blechfertigung und einer Lohnfertigung bildete noch vor zehn Jahren das größte Standbein.

Restrukturierung abgeschlossen

Dem Verkauf der Vorfertigung vorausgegangen war eine umfangreiche Restrukturierung. Die Umwälzungen in der Antriebstechnik im Automobilbau, die Umweltdiskussion zum Thema Kunststoffverpackungen sowie neue Wettbewerber aus Fernost erforderten das Einstellen der Firmenstruktur auf ein nachhaltig geringeres Niveau. Kurtz wird sich zukünftig auf den Maschinen- und Anlagenbau in den Anwendungsbereichen „Automotive“ und „Protective Solutions“ fokussieren. Die Hinzunahme eines neuen Geschäftsfeldes befindet sich in Planung.

Aktuelle Geschäftserwartung aufgrund der Pandemie

Der Kurtz Ersa-Konzern ist wie die gesamte Branche von der Corona-Pandemie erheblich betroffen. Das Unternehmen rechnet mit einem Umsatzeinbruch in der Größenordnung von 50 Mio. Euro, was ungefähr 20 Prozent entspricht. Erwartet wird eine Normalisierung des Geschäftes im dritten Quartal 2021. Die Zeit bis dahin soll von massiven Sparmaßnahmen auf Sachkostenebene und umfangreicher Nutzung der Kurzarbeit überbrückt werden. Entlassungen sind aufgrund der Pandemie nicht vorgesehen. (sf)