RFID ermöglicht Kunststoffverpackungen eine optimale Kommunikation. (Bildquelle: Schreiner Group)

RFID ermöglicht Kunststoffverpackungen eine optimale Kommunikation. (Bildquelle: Schreiner Group)

Hohe Effizienz, Sicherheit und lückenlose Kommunikation zwischen Maschine und Verbrauchsmaterial: RFID ermöglicht hochwertigen Kunststoffverpackungen eine optimale Kommunikation. Die Basis dafür ist ein eindeutiges, automatisches und sicheres Erkennen der unterschiedlich verschlüsselten Originale in jeder Maschine.

Diese lückenlose Erfassbarkeit ermöglicht es dem Hersteller, Laufzeiten oder Freigabeebenen weltweit in Echtzeit zu verwalten und individuelle Entscheidungen zu jedem Material zu treffen. Der Einsatz von Plagiaten kann dadurch nahezu vollständig verhindert oder – falls dies gesetzlich nicht möglich ist – deren Einsatz zumindest sicher dokumentiert werden. Wird Fremdmaterial eingesetzt, läuft die Maschine beispielsweise langsamer, um Fehler zu vermeiden. Darüber hinaus kann der Hersteller durch die genaue Dokumentation seine Garantieleistungen einstellen, wenn sehr häufig unspezifische, nicht originale Materialien verwendet werden.

Bereits genutzte Verbrauchsmaterialien können nicht erneut befüllt und eingesetzt werden, da die intelligenten Produkte bereits vom System erfasst wurden.

Prozesssicherheit

Ein Maschinenführer muss für die Produktion von Produkt A spezielle Verbrauchsmaterialien in die Maschine einbringen, die auf die jeweilige Produktanforderung abgestimmt sind. Sollte er das falsche Material oder falsche Parameter für diesen Produktdurchlauf wählen, wird der Fehler sofort erkannt, denn das Lesesystem der Maschine erfasst das gekennzeichnete Material automatisch. Aufgrund dieser Information stoppt das Gerät den Durchlauf und setzt den Nutzer darüber in Kenntnis. So sichern die intelligenten Verbrauchsmaterialien die reibungslose Verarbeitung an der Maschine. Denn sie teilen ihr und dem Maschinenführer zuverlässig mit, für welchen Einsatzzweck sie geeignet sind oder welcher Prozessablauf mit ihnen absolviert werden kann.

Automatisierte Materialbeschaffung

Übersicht Materialbestände in Echtzeit. (Bildquelle: Schreiner Group)

Übersicht Materialbestände in Echtzeit. (Bildquelle: Schreiner Group)

Die Kunden der Maschinen- und Verbrauchsmaterialhersteller kümmern sich in der Regel selbst um die Beschaffung der Materialien. Diese wird meist über die Einkaufsabteilung koordiniert, die häufig Nachbauten oder Fälschungen anfragt, da diese eventuell kostengünstiger sind. Dabei wird nicht bedacht, dass der Einsatz von Fremdmaterial jedoch sehr häufig zu Problemen an den Maschinen führt. In der Regel zieht das immense Zeit- oder Reparaturkosten nach sich. Mit der Lösung der Schreiner Group, Oberschleißheim, werden der Materialdurchlauf und der Materialbestand an jeder einzelnen Maschine in Echtzeit weltweit kommuniziert und verwaltet. Sobald der Verarbeiter an dem Maschinenstandort einen Mindestmaterialbestand erreicht, wird der Hersteller darüber informiert und kann den Bestand ohne erneute Ausschreibung wieder auffüllen.

Das spart viel Aufwand bei Verarbeiter und Hersteller, da mit Rahmenverträgen gearbeitet werden kann und somit ständige Angebote, Bestellungen, Auftragsbestätigungen und Rechnungen entfallen. Der Verbrauchsmaterialhersteller kann zudem seine Produktionsläufe dem jeweiligen Echtzeitbestand anpassen und somit wesentlich effizienter fertigen.

Auswertungen in Echtzeit

Auswertungen über Materialnutzung. (Bildquelle: Schreiner Group)

Auswertungen über Materialnutzung. (Bildquelle: Schreiner Group)

Durch die kontinuierliche Kommunikation des Materials mit der Maschine sowie von der Maschine zur zentralen Datenbank können Hersteller und Verarbeiter ihre Materialdurchläufe, Verarbeitungsprozesse und Gerätelaufzeiten verwalten und optimieren. Alle Beteiligten können in Echtzeit exakte Auswertungen zur Auslastung sowie den Wartungszyklen einsehen. Informationen zur Materialnutzung geben einen sofortigen Überblick über die Aktivitäten im Markt.

Beispiel aus der Praxis

Firmen aus dem medizintechnischen Umfeld haben oft Verbrauchsmaterialen in Kunststoffverpackungen. Diese Unternehmen müssen nicht nur eine sichere Nutzung ihrer Produkte garantieren, sondern auch gewährleisten, dass das gleiche Produkt nicht zweimal eingesetzt werden kann. Wie kann das sichergestellt werden? Zuerst wird die Kunststoffverpackung auf ihre Originalität geprüft – oftmals verbunden mit dem Nachweis einer physischen Erstöffnung. Danach bucht der Verarbeiter direkt auf dem Material die bereits erfolgte Nutzung in den Chip und sichert die Eingabe. Dadurch sind die Verpackung und damit das darin befindliche Material weltweit an keinem medizintechnischen Gerät des betroffenen Herstellers mehr nutzbar. Die Verpackung ist irreversibel ausgebucht und markiert worden.

Firmen aus der Medizintechnik benötigen weiterhin eine sehr hohe Prozesssicherheit in der Befüllung, Bearbeitung oder der Bestückung ihrer Komponenten. Durch den richtigen RFID-Chip wird das Gerät, das die Befüllung durchführt, darüber informiert, um was für eine Materialeinheit es sich handelt und was damit durchzuführen ist. Dies gewährleistet einen automatisierten, beschleunigten und sicheren Prozess in der Produktion – vor allem an dezentralen Standorten oder bei externen Dienstleistern. Mit diesem Vorgehen ist ein falsches Befüllen oder eine falsche zu befüllende Kunststoffverpackungseinheit nicht möglich.

In den letzten Jahren spielt die „On shelf logistic“ eine immer stärkere Rolle. Hersteller stellen damit lückenlos sicher, dass Bestände bei ihren Kunden, wie Kliniken und privaten Dienstleistern, immer aktuell befüllt sind. Vor allem in Bereichen, die nicht eine sichere ständige Inventur gewährleisten können, ist diese Dienstleistung ein großer Vorteil für die Nutzer der Materialien. Durch das Buchen an der Maschine, die das Material verbraucht oder bei der Entnahme des Materials aus einem Schrank oder Fach, wird jeweils der Bestand automatisch reduziert. Wird ein festgelegter Mindestbestand im Magazin oder Bereich erreicht, bekommt der Hersteller die Information und kümmert sich um die Nachfüllung der Bestände.

Selbst in Bereichen wie OP-Logistikzentren, in denen nicht benötigte Materialien auch wieder zurückgeführt werden können, kann durch die RFID-Technologie eine sichere Rückbuchung vorgenommen werden. Damit ist auch eine Überbestückung ausgenommen.

Intelligente IOT-basierte Verbrauchsmaterialien optimieren ihren eigenen Prozess, organisieren ihre Verfügbarkeit und garantieren für ihre Originalität – lückenlos, vollkommen automatisiert und zu 100 Prozent sicher.

Über den Autor

Frank Linti

ist Business Development Manager RFID bei Schreiner LogiData, einem Competence Center der Schreiner Group in Oberschleißheim.