Ressourcenschonende, bioabbaubare, kreislauffähige Verpackungen sind das Ziel des EU-Verbundprojektes BIOnTop. (Bildquelle: aa_amie - stock.adobe.com)

Papier- wie Kunststofftüten sollten zertifizert werden, bieten Hersteller sie als biologisch abbaubar an. Das fordert der Verbund kompostierbare Produkte. (Bildquelle: aa_amie – stock.adobe.com)

Sandra Uschnig vom Kompost und Biogas Verband Österreich informierte über die kompostierbaren „Bio-Kreislauf-Sackerl“ in Österreich. So sind die Niederösterreichischen Bezirke Scheibbs und Melk bereits seit Mai diesen Jahres Plastiksackerl-frei und nutzen ausschließlich biologisch abbaubare Sackerl. Der Verband setzt sich dabei für eine einheitliche Kennzeichnung und Mehrfachnutzung der Bio-Kreislauf-Sackerl ein. Er weist darauf hin, dass diese auch zur Mikroplastikvermeidung beitragen. Eine generelle Öffnung der Biotonne für BAW-Produkte schließt Uschnig jedoch aus.

Der Verbund begrüßte das Thema Zertifizierung. Dieser prüfe – wie Dr. Gottfried Krapfenbauer von Agrana verdeutlichte – die biologische Abbaubarkeit, aber auch Schwermetallgehalte und die Ökotoxizität. Eine Zertifizierung gemäß DIN EN 13432 zu erhalten, bedeute eine hohe Anforderung an das Produkt.

Dr. Oliver Ehlert, DIN Certco, erläuterte, dass diese harte Prüfung lediglich für Biopolymere gelte. Auch Papiertüten für die getrennte Bioabfallsammlung sollten für eine hohe Kompostqualität zertifiziert werden. Der Verbund fordert, dass diese strengen Zertifizierungsregeln für alle Beutel, die für die getrennte Bioabfallsammlung angeboten werden, gelten sollten.

„Sie müssen chemisch charakterisiert werden und die Kriterien der Desintegration und der Kompostqualität erfüllen“, so Michael von Ketteler, Geschäftsführer vom Verbund. „Nur so schaffen wir Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie Sicherheit für die Entsorger und die Erdenwerker.“ (jhn)