Dr. Johannis Willem van Vliet ist Geschäftsführer der Sanner-Gruppe. Bildquelle: Sanner)

Dr. Johannis Willem van Vliet ist Geschäftsführer der Sanner-Gruppe. (Bildquelle: Sanner)

Die Entwicklung in Europa verlief der Umsatz stabil, in China konnten leichte Zuwächse erzielt werden. Überdurchschnittliches Wachstum verzeichnet das Unternehmen in den USA mit einem Plus von 25 Prozent. In Indien erzielte das Unternehmen sogar ein Plus von über 30 Prozent. Besonders stark nachgefragt sind Produkte aus dem Bereich „Engineered Product Solutions“, in dem Sanner unter anderem Diagnostiklösungen wie Schnelltests, pulmonale Applikationen wie Inhalatoren und kundenindividuelle Primärverpackungen anbietet.

„Wir werden unser Geschäft in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Dazu gehören Innovationen im bestehenden Sanner-Produktportfolio, aber auch Investitionen in den Ausbau der internen Entwicklung“, so Dr. Johannis Willem van Vliet, Geschäftsführer der Sanner-Gruppe. „Bereits jetzt arbeiten wir erfolgreich an der Integration von Elektronik in Spritzgussteile. Daneben stehen Smart Packaging und Medical Device Development im Fokus. Damit erweitern wir unsere Kompetenz und stärken unser Leistungsversprechen: hohe Volumina in der Kunststoffverarbeitung bei höchster Qualität.“

Biobasierte Verpackung

Die Tablettenröhre ist recyclebar. Bildquelle: Sanner)

Die Tablettenröhre ist recyclebar. (Bildquelle: Sanner)

Mit Sanner Bio Base hat das Unternehmen Anfang dieses Jahres die erste Brausetablettenverpackung im Markt eingeführt, die sich aus biobasiertem Material zusammensetzt. Die Tablettenröhre ist recyclebar und erhöht die Ressourceneffizienz. Darüber hinaus lässt sich die Haltbarkeitsdauer der Tabletten dank höheren H2O-Barriereeigenschaften verlängern.

Mit dem Angebot an medizinischen Cannabis-Verpackungen bedient das Unternehmen ein weiteres Marktsegment – und hat mit dem kindersicheren Tabletten- und Kapselbehälter Tab Tec CR eine erste Lösung entwickelt. Der Tab Tec CR verfügt über den patentierten Press- und Flip-Öffnungsmechanismus. Er erschwert Kindern das Öffnen, lässt sich von Erwachsenen hingegen leicht öffnen und wieder verschließen.

Positive Zukunftsaussichten trotz Coronakrise

Bei Sanner geht die Arbeit trotz der Covid-19 Pandemie ungebrochen weiter. Das Unternehmen hat die Produktionskapazitäten in Bensheim erhöht, um die gestiegene Nachfrage, etwa nach Brausetablettenverpackungen und Medical Devices, bedienen zu können. Dafür wurden drei neue Maschinen zur Herstellung von Trockenmittelverschlüssen in Betrieb genommen. Auch in China konnte das Werk Ende Februar nach mehrwöchiger Schließung wieder hochgefahren werden. Aktuell ist der Bau des zweiten Produktionswerks in Planung.

Auch in Bensheim investiert das Unternehmen weiter, zum Beispiel mit der Implementierung eines neuen Manufacturing Execution Systems. „Sowohl in Europa als auch in den USA und Asien erwarten wir eine verstärkte Nachfrage nach unseren Produkten – trotz oder gerade wegen der Coronakrise“, so van Vliet. „Entsprechend gehen wir auch in diesem Jahr von weiteren Umsatzzuwächsen aus.“ (jhn)