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08.10.2010

Kündigung fürs Mikro-Biotop

Dauerhaft hygienische Kunststoffoberflächen durch antimikrobielle Masterbatches

Die Schweinegrippe hatte es uns allen wieder ins Gedächtnis gerufen: Schimmelpilze, Bakterien und Viren sind überall – und besonders gut haltensie sich auf Kunststoffoberflächen. Das muss nicht sein. Neben Werkstoffen mit Nanosilber gibt es auch Additive mit einer langanhaltenden antimikrobiellen Wirkung, die auf Sterionen basiert.

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Jeder Friseur hat seinen Lieblingskamm. Doch diesen verwendet er nicht nur für seinenLieblingskunden, sondern für jedenHaarschopf, der ihm unter die Schere kommt. Wäre es nicht eine angenehme Vorstellung zu wissen, dass der Strich mit demKamm nicht auch das Biotop des Vorgängers imFrisierstuhl auf unseren Haarschopf überträgt? Meissner Kamm, Naumburg, verarbeitet daher antimikrobiell ausgerüstetes PPzu seinen Kämmen. Eingesetzt wird dabei ein spezielles Additivbatch, das antimikrobielle Eigenschaften besitzt.

Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Sterione.Sie bestehen aus metallorganischen Stoffe mit ionisierender Wirkung. Kontinuierlich werden Ionen mit hoher Aktivität gebildet, die die Stoffwechselsysteme der Bakterienzellen so angreifen, dass primitive Organismen absterben. Im Gegensatz zu vielen heute am Markt befindlichen Substanzen mit Nanoteilchen handelt es sich bei Sterionen nicht um Nanometalle. Sie migrieren nicht, da sie fest in die Polymermatrix des Kunststoffes eingebettet sind. Sterione sind somit ökologisch und gesundheitlich unbedenklich. Mit Sterionen in den entsprechenden Wirkstoffkonzentrationen ausgerüstete Materialien zeigen ihre volle Wirksamkeit über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren. Sterione werden in Reinform als Pulver angeboten. Rowa hingegen versucht diese Wirksubstanzen für den Verarbeiter in Form von Masterbatches, Additivbatches oder in liquider Form auf ihre Wirksamkeit im Kunststoff zu prüfen und den Kunststoff bezüglich seiner spezifischen Ausgangseigenschaften durch bestimmte Anpassungen zu erhalten. Wichtig sind dabei vor allem die Aspekte Materialneutralität, Anwendungsneutralität und die konstruktive Kontinuität. Das bedeutet, dass die grundsätzlichen Eigenschaften der Werkstoffe bei Zugabe der antimikrobiellen Masterbatches erhalten und die Fertigungsbedingungen bei der Verarbeitung der Kunststoffe unverändert erhalten bleiben müssen. Die Anpassung der Oberflächenqualität kann umfangreiche konstruktive Änderungen verhindern helfen.

Materialeigenschaften für dieVerarbeitung bleiben erhalten

Ein weiteres Beispiel für ein gelungene Anwendung sind die Produkte der Firma Flügel CSS, Solingen. Die Wetzstähle werden in Großküchen und Schlachtereien genutzt. Ihre Griffe sind aus Polypropylen und werden von Borkott, Solingen,
produziert.
Dieser Verarbeiter ist spezialisiert auf dickwandige Kunststoffteile in hoher Oberflächengüte, wie beispielsweise Griffe für die Schneid- und Werkzeugindustrie. Diese kommen mit einer Vielzahl von Keimen und Bakterien in Berührung. Insbesondere in dem sensiblen Umfeld mit Lebensmitteln ist Hygiene das A und O. Gesucht wurde daher ein Additivbatch, das die antimikrobielle Wirkung gewährleistet, ohne die sonstigen Eigenschaften der Griffe, wie Haptik und Rutschfestigkeit, zu stören. Nach ausführlichen Tests entschied man sich für das Rowacare PE X10 Additivbatch. Es wird in einer Dosierung von 2 bis 5% verwendet und ist in verschiedenen Ausformungen – auch als Compound – erhältlich. Es hat eine geringe Eigenfarbe und lässt sich gut im Spritzguss verarbeiten. Neben den positiven Produkteigenschaften überzeugte es im Anwendungsbeispiel durch die guten Verarbeitungsmöglichkeiten des Batches im Kunststoff. Viele andere Anwendungen finden sich heute und in Zukunft beispielsweise in den Bereichen Klima- und Gebäudetechnik, Medizintechnik und bei unterschiedlichen Haushaltsprodukten.

Hintergrund
Entwicklungskooperation

Rowa, Pinneberg, Hersteller von Farb- und Additivkonzentraten sowie Lacksystemen, kooperiert zur europaweiten Vermarktung und Aufbereitung von antimikrobiellen Wirksubstanzen mit Sterione. Dieses Unternehmen entwickelt hochwirksame und industrietaugliche, antimikrobielle Rohstoffadditive. Die Partnerunternehmen Romira und Horst Müller Kunststoffe bieten komplett ausgerüstete und eingefärbte Compounds an.


Neue Technologie
Antimikrobielle Additivbatches mit Sterionen

Sterione sind nanoskalige Moleküle. Sie bilden kontinuierlich Ionen mit hoher Aktivität, die Stoffwechselsysteme von Zellen so angreifen, dass primitive Organismen absterben. Ihre Wirkung bleibt über die Jahre erhalten, da sie fest in der Werkstoffmatrix eingebunden sind und nur dort ihre Ionenaktivität entfalten. Als Additivmasterbatches sind sie zur Beimischung beispielsweise im Spritzguss geeignet. Ihre Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig – überall dort, wo die Produkte erhöhten Hygieneanforderungen standhalten müssen.

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