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13.09.2010

Schneller Schlucker

Hochleistungsgranulierung im Einsatz zur Aufarbeitung von gepressten PP-Ballen

Zunehmend bessere Marktchancen bieten sich derzeit für Recycling-Unternehmen. Da sich die Marktpreise für Ein- und Verkauf sehr volatil verhalten, ist es wichtig, die Produktionsleistung möglichst flexibel anpassen zu können – bei gleichbleibender Granulat-Qualität versteht sich.

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Im Dreischichtbetrieb rund um die Uhr läuft die X:Gran 145 bei demRecyclingunternehmen Kura im fränkischen Oberhaid. Vor einem Jahr wurde die universelle Recyclingmaschine geliefert und nach der Abstimmungsphase konnten inzwischen bereits rund 2000t Granulat hergestellt werden. Das Unternehmen ist seit 2002 auf dem Markt tätig und konzentriert sich auf das Recycling von postindustriellem Polypropylen. Vereinzelt werden auch andere Thermoplaste übernommen und zu Re-Granulat verarbeitet.

Ziel ist ein homogenes Re-Granulat

90 Prozent des Ausgangsmaterials wird kompakt in Ballen gepresst geliefert. Der Rohstoff stammt zu mehr als 50 Prozent aus der Automobil-Zulieferindustrie, erklärt Wolfgang Schanz, Geschäftsführer bei Kura: „Es handelt sich dabei um Produktionsabfälle, die von Produktionsbetrieben aus einem Umkreis von rund 300 Kilometern bei uns angeliefert werden.“ Es sind Stanzabfälle sowie Ausschuss von Autoteppichen und Innenverkleidungen. Typisch für die Herkunft des Ausgangsmaterials sind auch die Farben der angelieferten Ballen, wie Beige, Schwarz, Anthrazit. „Wichtig ist für uns jedoch, dass ein homogenes Re-Granulat hergestellt werden kann“, so Wolfgang Schanz. Teilweise fallen auch Vliese in Kombination mit dem Polypropylen an. Diese enthalten aus produktionstechnischen Gründen eine ölige Gleitflüssigkeit, die im Endprodukt stören würde und deshalb mit einer leistungsfähigen Entgasungsanlage vollständig abgesaugt wird.

„Bei der Verarbeitung der kompakt gepressten Ballen kann diese Hochleistungsbaureihe ihre Stärken ausspielen“, erklärt Schanz, „Hier sind wir mit der neuen Maschine entscheidend im Vorteil und schaffen einen Durchsatz von 800kg/h.“ Bei der Cutter-Feeder-Extruder-Kombination dieser Baureihe sind bedingt durch die hohe Leistung alle drei Hauptkomponenten Cutter-Welle, Feeder-Schnecke und Extruder getrennt voneinander angeordnet und werden durch separate E-Motoren angetrieben. Die Merkmale dieser als One-Step-Technologie bezeichneten Bauweise sind:

  • Langsam laufende Cutter-Messer schreddern jeden Kunststoff-Ausschuss.
  • Das zerkleinerte Material wird sofort mittels Förderschnecke (Feeder) dem Extruder zugeführt
  • Im Extruder wird extrudiert und eventuell entgast.

 

Eine zusätzliche Vorzerkleinerung ist nicht mehr nötig. Die Entscheidung für die Maschine von NGR Next Generation Recyclingmaschinen aus dem oberösterreichischen Feldkirchen fiel also nicht von ungefähr:Bereits seit der Gründung von Kura wird mit der Technologie dieses Maschinenherstellers gearbeitet. Eine bis vor einem Jahr ausschließlich eingesetzte S:Gran 105 VHD konnte die steigende Produktionskapazität jedoch nicht mehr bewältigen: Sie war mit der Hälfte, also mit 400kg/h bereits am Limit angelangt.

Keine Betriebsunterbrechungen

Zusätzlich überaus wichtig ist die Minimierung der Maschinenstillstände, wie Schanz berichtet: „Mit der neuen Granulierung klappt der Durchsatz des Materials vom Zerkleinerer zum Extruder völlig problemlos und wir schaffen unsere Produktion ohne ungeplante Stillstände.“

Gefahren wird momentan mit 80Prozent der maximalen Leistung, wodurch der Verschleiß minimiert wird und Ausfälle so gut wie nicht vorkommen. „Wir erzeugen ein homogenes Re-Granulat, das wir an die Industrie liefern. Es kann mit einem Anteil bis zu 20 Prozent in die Neu-Produktion von Bestandteilen aus Thermoplasten beigemischt werden. Bei manchen Produkten können sogar 100Prozent des Sekundär-Rohstoffes verwendet werden“, beschreibt Schanz die vergleichsweise gute Qualität des Re-Granulats. Die Kapazität des Recyclingbetriebs liegt mit der neuen Maschine bei insgesamt 7000 t/a Re-Granulat. Derzeit werden 4000 Tonnen hergestellt und das Unternehmen hat daher noch Spielraum nach oben.

Natürlich ist der Markt für Re-Granulate sehr volatil und auch stark von den allgemeinen Rohstoffpreisen abhängig. „Als Faustregel gilt, dass sich gutes und sortenreines Re-Granulat zum Preis von zwei Dritteln des neuen Materials verkaufen lässt. Im Idealfall rechnet sich sodas Recycling von wertvollem Rohstoff für ein Unternehmen sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht“, ist sich Schanz guter Zukunfts-perspektiven für sein Recycling-Unternehmen sicher.

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