Vorläufige Geschäftsbilanz 2012
Die Bilanz für die ersten zehn Monate 2012 fällt nüchtern aus: Die preisbereinigten Umsätze stagnierten mit minus 0,1 Prozent. Übeltäter war das Inland, mit knapp 0,7 Prozent Minus. Das Auslandsgeschäft hielt mit einem Plus in etwa gleicher Höhe dagegen. Überraschend stark der Export in die Eurozone. Die Erklärung haben wir im letzten Heft präsentiert: Alles Deutsch. Die deutschen Verarbeiter fegen die Eurokonkurrenz vom Markt. Euro sei Dank.
Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf
Pünktlich zum Start des letzten Jahres begann das Geschäft zu stagnieren, lediglich in der Eurozone gab es positive Vorzeichen. Im zweiten Quartal gingen die Inlandsumsätze kräftig zurück, der Export erholte sich aber. Im Juli/August sah es dann in allen Märkten sehr schlecht aus, das Inland vorweg. Im September/Oktober dann deutliche Aufhellung im Export, das Minus im Inlandsgeschäft reduzierte sich stark. Ein Hoffnungssschimmer?
Produktionsentwicklung
2011 waren alle Teilbereiche der Kunststoffverarbeitung deutlich im Plus. In den ersten zehn Monaten des Jahres lagen die Zuwächse überall bei drei Prozent und darüber. Der Kontrast zu 2012 könnte kaum schärfer ausfallen: Alle Bereiche bilanzieren ein Minus bei der Produktion. Die Umsätze spiegeln diese Konjunkturentwicklung noch nicht richtig wider, denn sie hinken der Produktion hinterher. Es ist daher zu erwarten, dass die Schlussbilanz der Umsätze 2012 schwächer ausfällt als die oben diskutierte vorläufige.
Kurzfristige Produktionsentwicklung
Kurzfristig lässt sich aus der Produktionsentwicklung kein Hoffnungsschimmer ableiten. War man zu Jahresanfang noch gut gestartet, gab es im zweiten Quartal das erste Mal seit Langem einen Rückgang. Im Juli und August konnte sich die Produktion aber knapp über dem Niveau des Vorjahreszeitraums stabilisieren. Der Umsatzaufschwung im September/Oktober rührt daher. Im selben Zeitraum ging aber die Produktion bereits wieder um 1,6 Prozent zurück. Die Umsätze werden wohl folgen.
Jahresprognose 2013
Auftragseingänge werden für die Kunststoffverarbeitung nicht mehr erhoben. Der hilfsweise Blick auf wichtige Abnehmerbranchen zeigt nichts Erfreuliches: Die letzten Auftragseingänge sind überwiegend negativ, mit Ausnahme des Maschinenbaus und generell der Exportnachfrage von außerhalb der Eurozone, die kräftig anzieht. Die Kunststoffverarbeitung muss sich 2013 auf ein schwieriges Jahr einstellen, sie kann nur hoffen, dass sie fehlende heimische Nachfrage mit Exporterfolgen kompensieren kann. Wenn es 2013 zumindest für eine rote Null reichen sollte, muss einiges geschehen.
Autor: Winnfried Pfenning
Ausgabe: 01/2013 Januar





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