Augmented- und Virtualy Reality gehören im Jahr 2018 zum Erscheinungsbild der Hannover Messe (Bildquelle: Deutsche Messe)

Augmented- und Virtualy Reality gehören im Jahr 2018 zum Erscheinungsbild der Hannover Messe (Bildquelle: Deutsche Messe)

Auch dieses Jahr ist die Hannover Messe wieder ein globaler Hotspot für alle Themen rund um die Digitalisierung der Produktion und der Industrie 4.0. Sie vereint fünf Leitmessen an einem Ort: Industrial Automation, Motion & Drives, Digital Factory, Energy, Industrial Supply und Research & Technology. Das Partnerland der Messe ist Mexiko. Wie auf der letzten Messe angekündigt, findet die Cemat zeitgleich statt.

Mensch und Maschine – das sind die Grundpfeiler der Fabrik der Zukunft. Ihr ganzes Potenzial spielen sie allerdings erst aus, wenn sie vernetzt sind. „Das Zusammenspiel von Automatisierungstechnik, Plattformen und maschinellem Lernen hebt Industrie 4.0 auf die nächste Stufe“, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe. Die Fabriktechnik wird immer leistungsfähiger, industrielle IT-Plattformen drängen auf den Markt, Zulieferunternehmen sind mit ihren Kunden digital verbunden. Hinzu kommen Machine-Learning-Ansätze, die Maschinen und Roboter in die Lage versetzen, Entscheidungen zu treffen.


Die beliebtesten Roboter und Greifer des Jahres 2017


Die Vernetzung von IT und klassische Automation ist eines der Hauptthemen der Digital Factory. (Bildquelle: Deutsche Messe)

Die Vernetzung von IT und klassische Automation ist eines der Hauptthemen der Digital Factory. (Bildquelle: Deutsche Messe)

IT und klassische Automation finden zusammen

Mindsphere, Azure, AWS oder Axoom. Namen wie diese stehen für die digitale Transformation der Industrie. Zudem belegen sie, dass Vernetzung und Kollaboration die entscheidenden Voraussetzungen sind für neue Geschäftsmodelle im Zusammenspiel von IT und Industrie. Die Messe legt mit ihrem Leitthema „Integrated Industry – Connect & Collaborate“  ihren Fokus genau darauf. „IT und Industrie haben sich aus zwei Richtungen aufeinander zu bewegt“, sagt Arno Reich, Global Director IAMD und Digital Factory. In Zeiten der digitalen Transformation können sie nicht mehr separat voneinander betrachtet werden. „Die Automatisierer verfügen mittlerweile über große Softwarekompetenz und werten ihre Produkte und Services anhand digitaler Technologien auf“, ergänzt Reich. Gleichzeitig wenden sich IT- und Internetkonzerne der Industrie zu und finden dort mit Adaptionen ihrer bisherigen Angebote ein hochattraktives Anwendungsfeld.

Um die Potenziale der digitalen Transformation in der Industrie zu erschließen, müssen Unternehmen umdenken. Das führt dazu, dass Automatisierer auch zu Softwareunternehmen werden. Oder auch Maschinenbauer zu Anbietern digitaler Produkte und Services.

Dem VDMA liegen Daten vor, wie der Maschinenbau die Digitalisierung vorantreibt. In den Studien des Verbands lässt sich ablesen, wie Apps, Big Data Analytics oder digitale Plattformen in enormem Tempo an Bedeutung gewinnen. Rund 20 Prozent der Unternehmen im Maschinenbau planen außerdem die Ausgliederung ihres Digitalgeschäfts in eigene Tochterunternehmen.

„Wir erleben aktuell einen radikalen Umbruch“, sagt Rainer Glatz, Geschäftsführer der Fachverbände Elektrische Automation sowie Software und Digitalisierung im VDMA. „Einige Jahre hatten Digitalisierungs-Technologien wie PLM, MES oder CRM (Customer Relationship Management) immer wieder mit dem Vorurteil zu kämpfen, vor allem Kosten zu verursachen. Das ist jetzt anders.“ Mittlerweile sehen laut Glatz immer mehr Unternehmen in der Digitalisierung ein Potenzial, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und zusätzlichen Umsatz zu erzielen.

Innovationen zum Anfassen gibt es auch in diesem Jahr wieder auf der Hannover Messe, der weltweit größten Industriemesse. (Bildquelle: Deutsche Messe)

Innovationen zum Anfassen gibt es auch in diesem Jahr wieder auf der Hannover Messe, der weltweit größten Industriemesse. (Bildquelle: Deutsche Messe)

Geballte Robotik-Power auf der Hannover Messe

Roboterfirmen, Systemintegratoren und Anbieter von Greiftechnik, wie ABB, Kuka oder Schunk, Stäubli und Universal Robots zeigen Lösungen zur Smart Factory. Denn aus der modernen Produktion sind Roboter und fahrerlose Transportsysteme kaum mehr wegzudenken. Auch der Trend, dass immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen kostengünstige und flexible Roboterlösungen für sich entdecken, geht ungebrochen weiter.

Bereits zum achten Mal verleiht die Hannover Messe den Robotics Award für angewandte Roboterlösungen. Teilnehmen können nationale und internationale Unternehmen sowie Institutionen. Bedingung ist, dass deren Produkte, Projekte oder Technologien einen innovativen Beitrag zu robotergestützten Lösungen im Bereich industrielle Automatisierung, mobile Roboter oder autonome Systeme leisten.

Der Gewinner des letztjährigen Awards war Flestructures mit der Softwarelösung IPS Robot Optimization. Primär geht es dabei um die Roboteroptimierung bei Automobilherstellern, die sich durch eine flexible und schnelle Ausgestaltung von Roboterzellen einen Marktvorteil verschaffen können. Die prämierte Lösung überprüft Millionen möglicher Kombinationen von Roboterpfaden unter Berücksichtigung kollisionsfreier Bewegungen aller Komponenten und aufeinander abgestimmten Prozesszeiten der unterschiedlichen Roboter. Auch die Roboterschlauchpakete werden in die Simulation mit einbezogen, so dass sich deren Lebensdauer verlängern lässt.

Auf der zweiten Seite geht es unter anderem um Vorausschauende Wartung und deren Potenzial, Kosten und Ausfallrisiken zu senken.

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